Wenn das Schlachten vorbei ist von T.C. Boyle

Samstag, 3. März 2012

Wenn das Schlachten vorbei ist

Wenn das Schlachten vorbei ist

Vier Schiffbrüche, elf Tote, und Spannung von der ersten bis zur letzten Minute, das alles verspricht der neue Roman von T.C. Boyle, »Wenn das Schlachten vorbei ist«. Ein Roman um die Frage nach der Herrschaft des Menschen und dessen Ausbeutung unseres Planeten. Schauplatz eines erbitterten Kampfes zwischen Umweltschützern verschiedener Couleur ist eine rattenverseuchte Insel vor der wilden Südküste Kaliforniens. Das von Jan Josef Liefers gelesene Audiobuch hat mich aber nur mäßig gefesselt.
 

 
 
 

Ein gnadenloser Kampf der Arten


Eine rattenverseuchte Insel vor der Südküste Kaliforniens wird zum Schauplatz des erbitterten Kampfes zwischen Umweltschützern: Die Wissenschaftlerin Alma soll in offiziellem Auftrag das aus dem Gleichgewicht geratene Ökosystem wiederherstellen, u. a. durch das Vergiften der Ratten, um den nahezu ausgerotteten Vögeln wieder eine Überlebenschance zu geben. Ihr Gegenspieler ist Dave LaJoy, ein fanatischer Haudegen, der vor nichts zurückschreckt, um Tiere zu schützen – und wenn er dabei über Leichen gehen muss.

 

 

Mit großem Marketingaufwand (u.a. einem aufwendig inszenierten Trailer) wird seit Anfang des Jahres der vierzehnte Roman des Bestsellerautors T.C. Boyle auch in Deutschland beworben. Bereits im Jahr 2000 veröffentlichte Boyle einen Roman in dessen Mittelpunkt Umweltaktivisten standen: In diesem bislang einzigen Science-Fiction-Roman von Boyle mit dem Title Ein Freund der Erde, wird parallel der gescheiterten Kampf von Umweltaktivisten in der Gegenwart und den zukünftigen Kampf der Menschheit ums Überleben nach der Klimakatastrophe erzählt. Boyles neuer Roman basiert auf den Streitigkeiten um die Inseln Anacapa und Santa Cruz vor der Küste Kaliforniens. Dabei geht es um die Frage, welche Tierarten der Inseln erhalten werden sollen, die einheimischen oder die neu eingewanderten Arten.

 

 

Mein Fazit


Die besondere Ironie in »Wenn das Schlachten vorbei ist« liegt darin, das sich hier zwei Umweltaktivisten gegenseitig bekämpfen. Die zentrale Frage des Romans lautet: ist es akzeptabel eine Tierart zu töten um eine andere zu schützen (oder wie es T.C. Boyle es selber formuliert: “Wer hat das Recht die Natur zu regulieren und ist sowas überhaupt möglich?).

Die Zufälligkeit menschlicher Existenz oder der Existenz allen Lebens und der Welt generell, das sind von jeher elementare Fragen der Literatur. Und Romane, die sich kritisch mit dem Zustand unserer Umwelt auseinandersetzen haben Konjunktur. Boyle liefert seine ganz eigene, ironische und realistische Perspektive auf die ewigen Konflikte von Evolution (Wissenschaft) und Religion. Insgesamt für mich zwar rasant und unterhaltend, aber an vielen Stellen zu trashig und zu wirr konstruiert.

Wie immer bei Hörbücher mit dem Sprecher Jan Josef Liefers brauchte ich so meine Eingewöhnungsphase. Das Versprechen des Klappentextes “Wie stark der neue Roman von T.C. Boyle ist, das weiß man bei der Lesung von Jan Josef Liefers nach wenigen Minuten”, wurde für mich nicht erfüllt, weil zu schwach.

Unterm Strich ist Boyles Roman aber keine revolutionäre Streitschrift sondern eher “Hollywood zwischen zwei Buchdeckeln” und als Hörbuch ganz nette Unterhaltung, nicht mehr.

Viel Spaß beim Nachhören!

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 3

Spieldauer: ca. 593min. (gekürzte Lesung)

CDs: 8

Verlag: der Hörverlag

Erschienen: 2012

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