2001: Odyssee im Weltraum von Arthur C. Clark

Freitag, 2. April 2010

2001: Odyssee im Weltraum von Arthur C. Clark

2001: Odyssee im Weltraum von Arthur C. Clark

Endlich bin ich dazu gekommen, mich der Hörbuchadaption Arthur C. Clarks “2001: Odyssee im Weltraum” zu widmen. Auf der Leinwand – verfilmt von Stanley Kubrick – ein unumstrittenes Meisterwerk, war ich sehr darauf gespannt, ob der Roman in der Lage ist die zahlreichen Fragen, die der Film offen lässt, zu beantworten. Das Ergebnis lautet ganz klar: Nein! Und das ist gut so. Die Hörbuchfassung gelesen von Wolfram Koch kann ich trotzdem (oder gerade deswegen) nur empfehlen.

 

2001: Odysse im Weltraum – Der Inhalt


Im Mondkrater Tycho graben Forscher ein Millionen Jahre altes Artefakt aus – einen schwarzen Monolithen, der unerklärliche radioaktive Impulse in Richtung Saturn aussendet. Die Amerikaner bemannen eine Raumfähre, um hinter das Geheimnis des rätselhaften Objektes und seiner Strahlung zu kommen. Doch mit an Bord ist auch HAL, ein Supercomputer, dessen Funktionen zunehmend außer Kontrolle geraten.



 

 

Spannend, mystisch, schön – Das Geheimnis der Space Odyssee bleibt bewahrt


Aufgrund seiner visionären Schilderungen der Menscheitsentwicklung werden Arthur C. Clarks Werke bis heute zum Olymp der Sciencefiction-Literatur gezählt. Clarks Space Odyssee erlangte Weltruhm durch die legendäre Verfilmung von Stanley Kubrick, zu der er gemeinsam mit Kubrick am Drehbuch arbeiteten.

Nicht zuletzt wegen der Verfilmung und der mysteriösen Darstellung des letzten Aktes, wirft die Geschichte zahlreiche Fragen auf, zu denen es immer wieder philosophische-, anthropologische- bis hin zu theologischer Deutungsversuche gegeben hat.

Protagonist Astronaut Bowman landet nach einer psychedelischen Reise durchs Universum in einem Hotelzimmer und beobachtet seinen eigenen Alterungsprozess. Doch tatsächlich wollte Kubrick mit seiner Inszenierung des Schlussaktes gar nichts besonderes ausdrücken, sondern handelte aus rein dramaturgischen Motiven. Kubrick sagte dazu selber:




“Das Ende wurde noch kurz vor der Aufnahme umgeworfen. Ursprünglich hatten wir nicht vor, Bowmans Alterungsprozess zu zeigen. Er sollte einfach in diesem Zimmer herumgehen und sich den Monolithen ansehen. Aber das erschien uns nicht befriedigend und interessant genug, deswegen suchten wir nach einer anderen Idee, bis uns schließlich das Ende einfiel, das man im Film sieht.”


Und so verhält es sich auch in Clarks Roman. Selbstverständlich werden die Ereignisse des Schlussaktes dort detaillierter dargestellt, der Leser erfährt z.B. mehr über die Gedanken Bowmans. Die Bedeutung des schwarzen Monolithen wird jedoch nicht aufgeklärt, so dass jeder seine persönliche Interpretation des Stoffes vornehmen kann, und das macht gerade den Reiz der Odyssee aus.

 
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Der Science-Fiction-Klassiker erstmals als Hörbuch


Das Hörbuch wird gesprochen von Wolfram Koch, dessen Name mir bis hier fremd war. Der gelernte Theaterschauspieler sollte aber den meisten aus Krimireihen wie Tatort oder Polizeiruf bekannt sein.

Auf atmosphärische Effekthaschereien wurde komplett verzichtet, so dass Kochs Stimme das Hörbuch trägt. Koch spricht die Odyssee ruhig aber wo es drauf ankommt ausdrucksstark, so dass ich Euch einen spannenden Hörgenuss empfehlen kann.


Viel Spaß beim Nachhören!

Spieldauer: ca. 352 min.

  • Jul 22nd, 2010 at 22:41 | #1

    Kunstwerke, egal ob Filme, Romane, Gedichte oder Lieder, die eine tiefere Bedeutung haben, sind niemals gegenständlich zu verstehen, sondern immer nur funktional.

    In “2001″ geht es um die Entwicklung des Urmenschen zum Kulturmenschen durch die Erfindung der Religion (künstliche Programmierung des kollektiv Unbewussten) und die den Allermeisten noch bevorstehende Weiterentwicklung zum vollständig bewussten Menschen (Nietzsches “Übermensch”) durch die Überwindung der Religion (Auferstehung).

    Was Kubrick mit seinen psychedelischen Bildern nur andeuten konnte, wobei es ihm wenigstens gelang, die Großartigkeit des Erkenntnisprozesses zu vermitteln, kann heute jeder selbst erleben, der dazu bereit ist.

    Im Vorwort schrieb Arthur C. Clarke: “Man bedenke, es handelt sich nur um einen Roman. Die Wahrheit wird – wie stets – weit erstaunlicher sein.”

    Nach 9-jähriger Verspätung – Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:

    http://www.deweles.de

  • Robert Ude
    Nov 14th, 2010 at 01:42 | #2

    “… Kunstwerke, egal ob Filme, Romane, Gedichte oder Lieder, die eine tiefere Bedeutung haben, sind niemals gegenständlich zu verstehen, sondern immer nur funktional. …”

    Kunstwerke, egal ob Filme, Romane, Gedichte oder Lieder, müssen keinesfalls irgendeine Bedeutung haben, um gut anzukommen und sich dementsprechend gut zu verkaufen!

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