Axolotl Roadkill von Helene Hegemann | Hörbuch Blog: die besten Hörbucher und Hörspiele

Axolotl Roadkill von Helene Hegemann

Montag, 3. Januar 2011

Axolotl Roadkill von Helene Hegemann

Axolotl Roadkill von Helene Hegemann

Das Letzte zum Schluss…des Jahres: Prosit Neujahr erst einmal an alle! »Axolotl Roadkill« von der jungen Berlinerin Helene Hegemann war das letzte Hörbuch, das ich mir 2010 verabreicht habe. Hegemann wurde als neuer literarischer Komet groß gefeiert und ihr Debütroman ist heiß umstritten. Plagiatsvorwürfe machten die Runde. Jedenfalls war die 17jährigen Autorin das Gesprächsthema des ersten Halbjahres. Aber Warum? Plagiatvorwürfe hin oder her: dieser Roman ist schlicht und einfach (um es mit der Sprache der Autorin auszudrücken) Scheiße.
 

 
 

Axolotl Roadkill – Pubertäre Cerebraldiarrhoe


Die 16-jährige Mifti lebt seit dem Tod ihrer Mutter in Berlin und im heranwachsenden Ausnahmezustand. Als ”pseudo-belastungsgestörtes” Problemkind tanzt, vögelt und kokst sie sich durch die Hauptstadtszene. Das Besondere an Mifti ist ihre Hypersensibilität und ihr offener, fragender Blick auf eine Elterngeneration, die weder auf sich noch ihre Kinder aufpassen kann. Hin- und hergerissen zwischen Genie und Wahn entlarvt Mifti Sprache, Lebensentwürfe und Konventionen der Erwachsenen als das ”allgemeine Dahinschimmeln” ihres wohlstandverwahrlosten Umfelds.

“Ich bin sechzehn Jahre alt und momentan zu nichts anderem mehr in der Lage, als mich trotz kolossaler Erschöpfung in Zusammenhängen etablieren zu wollen; die nichts mit der Gesellschaft zu tun haben, in der ich zur Schule gehe und depressiv bin. Ich bin in Berlin. Es geht um meine Wahnvorstellungen.“

 

 

“Unfassbar, wie ich mich hier schon wieder auf cognacfarbenen 9-cm-Absätzen dem ganzen Scheiß aussetze, Industriegebiet natürlich, von weitem sieht man ein ehemaliges Heizkraftwerk, in dem es sich in spätestens einer halben Stunde diesem Zwang zur Selbstvergessenheit auszusetzen gilt. Ich bewältige einen von Neonröhren umzäunten Weg, der als der geilste der Welt gilt und mich aus einem mir unerfindlichen Grund nie interessiert hat. Ich finde meine dissoziative Identitätsstörung interessanter als alles, was diese Stadt mit ununterbrochen ins Gesicht kotzt.“

 

Ausdrücke, die ich nach diesem Roman nicht mehr hören kann:


Reflektion, Schamlippen, Kotze, reflektieren, sozusagen, irgendwie, Ich so, Sie so, Er so, Wir so, oder so, irgendwie so, reflektiert, Bitch, Fotze, Ficken, Blasen, Sperma, ne echt, Dissoziation…

 

Mein Fazit


Das Hörbuch zu »Axolotl Roadkill« wird von Birgit Minichmayr gelesen. Das ist auch das Beste an dem ganzen Ding, liest sie wenigstes genauso depressiv, gelangweilt und aufgesetzt frech bis rebellisch wie der ganze Roman von Helene Hegemann. Nie habe ich jemanden mit einem so hohen sprachlichen Aufwand so wenig sagen hören. Ein pubertierender, pseudo autopsychoanalytischer Woody Allen-Text, aber ohne Handlung. Ein Unfall, den wir der Ubiquitarität von Wikipedia und Thesaurus zu verdanken haben. Nach diesem akustischem Holocaust muss ich mich erstmal sammeln.

 

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 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 5


Spieldauer: ca. 242min. (gekürzte Lesung)

CDs: 4

Verlag: Hörbuch Hamburg

Erschienen: 2010

  • Cheever Loophole
    Jan 3rd, 2011 at 20:15 | #1

    Du hast ja soooooooooo recht!!!!!!!!!!!

    Was ärgerlich um die vertane Zeit

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