Clockwork Orange von Anthony Burgess | Hörbuch Blog: die besten Hörbucher und Hörspiele

Clockwork Orange von Anthony Burgess

Sonntag, 28. März 2010

Clockwork Orange von Anthony Burgess

Clockwork Orange von Anthony Burgess

Uhrwerk Orange ist alles andere als ein leichter Stoff für eine Hörspielpruduktion, das merkt man dieser Inszenierung an. Aber trotz der starken Verkürzung der Romanvorlage verfehlt die Hörspielversion von Anthony Burgess’ Clockwork Orange nicht ihre Botschaft. Die Bedrohung durch Langeweile und Frustration in Jugendkultur und dem nach Anerkennung ringenden „angry young man“ ist zeitlos.

 

 

Clockwork Orange – Der Mensch als willenloses Subjekt


Alex killt, notzüchtigt, prügelt sich. Dann stirbt eines seiner Opfer und Alex wird zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Doch es scheint einen Ausweg zu geben: mit der „Ludovico“-Therapie soll Alex vom Kriminellen zum „wahren Christen“ umfunktioniert werden, den sofort Übelkeit und Brechreiz plagen, wenn er sexuelle oder brutale Gelüste verspürt. Äußerlich noch ein lebender Organismus, ist Alex innerlich ein vorprogrammierter Tugendbold, ein willenloses Subjekt: eine Orange mit Uhrwerk. Und jetzt rächen sich seine Eltern, seine Kumpane und seine einstiegen Opfer schrecklich an dem wehr- und willenlosen Gemütsmenschen.



 

 

Stark gekürzte Version: aber Burgess Botschaft kommt an


Fast ein jeder wird die 70er Jahre Verfilmung des Stoffes von Stanley Kubrick mit Malcolm McDowell in der Hauptrolle gesehen haben. Natürlich war dieser Film auch für mich der erste Kontakt mit der Geschichte um Alex und seine Droogs, weshalb ich voreingenommen an das Hörspiel herangetreten bin.

Das Vorhaben die Story von Clockwork Orange mit all seiner Tiefgründigkeit auf einer Compact Disc unterzubringen ist gewagt und es ist klar, dass dabei vieles dem Schnitt zum Opfer fallen muss. Für jemanden der sowohl das Buch als auch den Film kennt, stellt das Hörspiel nur ein rudimentäres Gerüst der eigentlichen Story da. Atmosphärisch geht einiges verloren, so bleiben trotz des Versuchs durch düstere Ambientklänge den Gewaltszenen Leben einzuhauchen doch nur ein Bruchteil dessen übrig was dem Leser des Buches an Schauer vermittelt wird.

Die zentrale Botschaft Burgess erreicht trotzdem den Hörer: Jung sein bedeutet aggressiv sein. In den Mittelpunkt stellt er die Frage, ob es besser ist einen gewalttätigen Menschen zum Guten zu konditionieren oder ihm die Freiheit zu lassen, böse zu sein

„Ich und meine Droogs haben jede Menge Nichts.(…) Kein Job, nix Knete. (…) Du und Deines gleichen: Ihr habt die Welt so grässlich gemacht, wo wir jetzt irgendwie leben müssen. Und nun, zahlst Du. Du zahlst!“

Den um Anerkennung ringenden „Angry young man“ gab es zu allen Zeiten. Weshalb Burgess Geschichte heute noch genauso aktuell ist wie vor 40 Jahren.

 

 

Mein Fazit: Hier lohnt es sich vorher das Buch zu lesen


Wenn mir das Hörspiel auch ganz gut gefallen hat, würde ich, aufgrund der Verkürzungen jedem empfehlen vorab das Buch zu lesen.

Das Hörspiel ist eine Produktion des Mitteldeutschen Rundfunks aus dem Jahr 1995 und wurde 2005 im Deutschen Audio Verlag (DAV) neu aufgelegt. Sprecher sind u.a. Martin Olbertz und Winfried Glatzeder.

Viel Spaß beim Nachhören!

Spieldauer 59min.

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