Deadwood von Peter Dexter

Freitag, 13. April 2012

Deadwood von Peter Dexter

Deadwood von Peter Dexter

Deadwood ist ein Western, wie er im Buche steht. Zumindest wenn es nach den Kritikern geht. Aber hält Dexters Roman auch was er verspricht? Dakota-Territorium, 1876. Der legendäre Revolverheld Wild Bill und sein Freund Charlie Utter erreichen die Goldgräberstadt Deadwood. Alter und Krankheit sind nicht spurlos an Wild Bill vorbeigegangen und obwohl er noch immer jeden Mann im Duell zur Strecke bringen kann, sehnt er sich nach ruhigen Tagen im Saloon. Doch Deadwood ist kein Ort, der Ruhe bietet, und bald trachtet mehr als ein Mann nach Wild Bills Leben.
 

 
 
 

Deadwood – Der beste Western aller Zeiten?


Peter Dexters Deadwood ist keineswegs eine Neuerscheinung. Bereits 1986 veröffentlichte der US-amerikanische Romancier sein Western-Epos. 2004 machte HBO daraus sogar eine Fernsehserie. Um so erstaunlicher, das Deutschlands Literaturkritiker gar so aus dem Häuschen über die Veröffentlichung in deutscher Sprache sind. Aber worum geht es jetzt genau in diesem Western? Und ist das ganze Lob überhaupt angemessen?

Es geht um die Gründungsjahre des Städtchens Deadwood, inmitten der Goldgräberjahre. Deadwood gibt es tatsächlich. Die amerikanische Kleinstadt liegt in den Black Hills, auf dem Gebiet des heutigen South Dakota. 1874 war hier Gold gefunden worden, und schnell fand sich eine ganze Reihe von Trappern, Kopfgeldjägern und Revolverhelden ein. Unter ihnen war auch James Butler Hickock, besser bekannt als Wild Bill Hickock. Er hatte sich in Kansas und Nebraska einen Namen als lawman gemacht, als Killer im Auftrag des Gesetzes. “Ohne Frage hatte Gott ihn mit einer außergewöhnlichen Gabe bedacht”, schreibt Pete Dexter in seinem Roman “Deadwood”, “und Bill ging, wohin sie ihn führte”.

Der Inhalt in Kürze: Dakota-Territorium, 1876. Der legendäre Revolverheld Wild Bill und sein Freund Charlie Utter erreichen die Goldgräberstadt Deadwood. Alter und Krankheit sind nicht spurlos an Wild Bill vorbeigegangen und obwohl er noch immer jeden Mann im Duell zur Strecke bringen kann, sehnt er sich nach ruhigen Tagen im Saloon. Doch Deadwood ist kein Ort, der Ruhe bietet, und bald trachtet mehr als ein Mann nach Wild Bills Leben.

 

 

Mein Fazit


Ich möchte nicht beurteilen, ob Deadwood wirklich der beste Western aller Zeiten ist. Dafür ist mir dieses Genre zu fremd. Es ist auf jeden Fall ein sehr guter Wester und der Beste, den ich je gehört habe. Peter Dexter trifft mit seinem Schreibstil den Sound, so wie man sich einen Western vorstellt, rau und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Eigentlich lässt er kein Klischee aus und trotzdem ist dieser Western anders als andere. Es gibt keine Beschönigungen. Pisse ist Pisse und Huren sind Huren. Korruption udn Gewalt sind an der Tagesordnung. Echte Helden gibt es eigentlich nicht. Der alte Dualismus aus Gut und Böse funktioniert hier nicht. Beim hören des Textes bekommt man irgendwie das sichere Gefühl: so muss der Westen gewesen sein. Kein Karl May-Kitsch. Der Mythos um den bekannten Wilden Westen wird ins Wanken gebracht, der amerikanische Schöpfungsakt kritisch hinterfragt. Das ist intelligente, teilweise auch anspruchsvolle Unterhaltung, die den Hörer jederzeit fesselt und Spass macht.

Sprecher Markus Hoffmann trägt ordentlich vor, moduliert und verleiht den Figuren Charakter. Trotzdem hätte eine rauere, etwas kräftigere Stimme zu diesem Western vielleicht besser gepasst. Unterm Strich sind die Lobhudeleien berechtigt. Ein interessanter Ausflug in den Westen und Schönzeichnerei. Tolles Hörbuch!

Viel Spaß beim Nachhören!

 

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 2

Spieldauer: ca. 450min. (gekürzte Lesung)

CDs: 6

Verlag: DAV

Erschienen: 2012

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