Der Fremde von Albert Camus

Donnerstag, 26. Mai 2011

Der Fremde von Albert Camus

Der Fremde

Ein Meisterwerk der Literaturgeschichte, erschienen in der Patmos Reihe Literaturnobelpreisträger. »Der Fremde« ist der meistgelesene Roman Albert Camus’ und auch ich habe das Buch mehrmals gelesen und diese Hörbuch mindestens zum dritten Mal gehört. »Der Fremde« ist die Chronik eines zufälligen Mordes. Im Mittelpunkt des Romans steht der für Camus’ Philosophie zentrale Begriff des Absurden.
 

 
 
 

Der Abtrünnige oder ein verwirrter Geist


Die Chronik eines zufälligen Mordes. Die Sonne sei Schuld gewesen, er habe den Araber am Strand nicht erschießen wollen. Mit dieser Erklärung erntet der Büroangestellte Meursault vor Gericht nur Unverständnis. Der Staatsanwalt klagt ihn der Unmenschlichkeit an. Erst angesichts des Todesurteils denkt Meursault über sein Leben nach, dem Priester schleudert er seine Wut über “dieses ganze absurde Leben” entgegen. In einer Sprache von kristallener Härte und Klarheit wird die Geschichte eines jungen Manns erzählt, der unter der unerbittlichen Sonne Algiers bar aller Bindung ohne Liebe und Teilnahme gleichgültig dahinlebt, bis ihn ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht.

 

 

Albert Camus und das Motiv der Absurdität


Bei »Der Fremde« handelt es sich nicht nur um einen Roman sondern gleichzeitig um eine zentrale Schrift der Existenzphilosophie. Das Absurde ist der Ausgangspunkt der gesamten Philosophie Albert Camus’. Das Absurde ist dabei nicht irgendein Begriff, der isoliert denkbar wäre, sondern es ist die Erkenntnis eines Menschen, dass man all dem Leid und Elend in der Welt keinen Sinn abgewinnen kann. Der „absurde Mensch“ Camus’ ist stets atheistisch, da das Leid für ihn unerklärbar bleibt. Hinter Camus’ atheistischem Standpunkt steht also letztendlich das Theodizee-Problem, für das er keinerlei Lösung – eben keinen Sinn – sieht. Der Mensch fühlt, wie „fremd“ alles ist, die Außenwelt und ihre Sinnlosigkeit bringen ihn, der stets nach Sinn strebt, in existentielle Konflikte.

Dabei macht das Absurde vor niemandem halt: „Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen.“ Für Camus besteht das Gefühl des Absurden also in der Entzweiung des sinnstrebenden Menschen und der sinnleeren Welt. Um aber nicht in Verzweiflung und Passivität zu resignieren, propagiert Camus durchaus im Sinne des Existentialismus und in seiner Interpretation von Friedrich Nietzsche als Ziel den aktiven auf sich gestellten Menschen, der, von einer Gottes-Idee und seiner Gnade unabhängig, ein Bewusstsein von neuen Möglichkeiten der Schicksalsüberwindung, der Auflehnung, des Widerspruchs, der inneren Revolte, entwickelt.

 

Mein Fazit


Ein Meisterwerk der Literaturgeschichte, erschienen in der Patmos Reihe Literaturnobelpreisträger. »Der Fremde« ist der meistgelesene Roman Albert Camus’ und auch ich habe das Buch mehrmals gelesen und diese Hörbuch mindestens zum dritten Mal gehört.

Diese ungekürzte Lesung von Ulrich Matthes zählt für mich zu den besten Lesungen überhaupt. Nüchtern und jeder Situation angemessen versteht es Ulrich Matthes wie kaum ein zweiter die Botschaft Albert Camus zu übermitteln und die bedrückende Ausweglosigkeit des Protagonisten nachzufühlen. Will man Camus’ Philosophie jedoch in Gänze verstehen, empfiehlt sich der Griff zum gedrucken Buch und auch einmal einen Blick auf seine anderen Romane und Werke zu werfen. Hier empfehle ich ganz besonders “Die Pest” und “Der Myhtos Sisyphos”.

Viel Spaß beim Nachhören!

 

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 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 1

Spieldauer: ca. 210min. (gekürzte Lesung)

CDs: 3

Verlag: Patmos

Erschienen: 2004

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