Die geschützten Männer von Robert Merle

Montag, 26. Juli 2010

Die geschützten Männer von Robert Merle

Die geschützten Männer von Robert Merle

Was wäre, wenn morgen ausschließlich alle zeugungsfähigen Männer dieser Welt von einer tötlichen Epidemie bedroht wären? Wenn sich ein von Männern dominiertes global wirkendes Normengefüge binnen kurzer Zeit gezwungener Maßen in ein von militanten Feministinnen reguliertes Gesellschaftssystem verwandelte? In »Die geschützten Männer« zeichnet der französische Schriftsteller Robert Merle ein unterhaltsames, wenn gleich unglaubwürdiges feministisch-faschistisches Gesellschaftsszenario.
 

 
 

Die Diktatur der Frau


In »Die geschützten Männer« erzählt Robert Merle von einer verheerende Epidemie, die in den USA die männliche Bevölkerung im zeugungsfähigen Alter wortwörtlich dahin rafft. In panischer Angst vor dem Virus lassen viele Männer sich kastrieren. Eine kontrasexuelle Gesellschaft etabliert sich gegen die alte, phallokratische, und fanatisierte Frauenrechtlerinnen reißen die politische wie die ökonomische Macht an sich.

Fernab dieser aus den Fugen geratenen Welt, in den Wäldern des Vermont, wird eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern als “protected men” in strenger Isolation gehalten, unter ihnen der Neurologe Ralph Martinelli mit seinem elfjährigen Sohn. Im Auftrag der Konzernherrin Hilda Helsingforth arbeitet er an der Erforschung eines Serums gegen die tödliche Enzephalitis – rechtlos, als “Phallokrat” verachtet, von Milizionärinnen, Laborantinnen, Kastraten bespitzelt und mit Abhörgeräten rund um die Uhr überwacht. Bis er eines Tages erfährt, dass sein Tod programmiert ist und das rettende Serum vernichtet werden soll.

Aber auch unter seinen eis kalten Bewacherinnen ist entgegen allem Anschein die Liebe nicht tot. Burage, seine ärgste Kontrahentin, erliegt Martinellis italienischem Charme und versucht ihn zu retten.

 

Mein Fazit


Die Hörspieladaption Robert Merles „geschützter Männer“ ist ein ironisch, satirisches, kurzweiliges Hörvergnügen ohne dabei jedoch in ernsthafte Gesellschaftskritik abzudriften. Jedenfalls erinnern mich in diesem Hörspiel einzelne Szenen eher an siebziger Jahre Russ Meyer Filme als an elaborierte Dystopie.

Dennoch bietet die Geschichte ein interessantes Gedankenspiel, dass ich so bei noch keinem Autoren angetroffen habe: Was wäre, wenn eine militante Feministinnendiktatur morgen die Weltherrsachft übernähme? Schade nur, dass die Hörspielversion mit nur einer CD (im Vergleich zum Roman, der immerhin 368 Seiten umfasst) so kurz geraten ist. Für meinen Geschmack gehen hier viele interessante Details verloren.

Wunderlich ist auch der immer noch verhältnismäßig hohe Preis. Statt der 15 Euro für das 2004 produzierte Hörspiel auszugeben, kauf Euch lieber für den halben Preis das gedruckte Buch!

Dieses Hörbuch bei Facebook empfehlen

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch Downloads bei Libri.de

Spieldauer: ca. 70min.

CDs: 1


Verlag: DAV


Erschienen: 2004


Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag Deine Meinung

 

Unsere Hörbuch-Empfehlungen: