Die Triffids von John Wyndham

Sonntag, 28. März 2010

Die Triffids von John Wyndham Cover

Die Triffids von John Wyndham

Angriff der fleischfressenden Pflanzen. Das klingt im ersten Moment langweilig und nach 60er Jahre B-Movie. Die Triffids ist aber ein Klassiker der Science-Fiction-Literatur und eine Sozialstudie obendrein. Wie würden wir uns verhalten, wenn von heute auf morgen das gesamte öffentliche Leben zusammenbräche und wir uns selbst versorgen müssten? Wie würden wir uns im Überlebenskampf verhalten? Der spannende Roman von John Wyndham in der Inszenierung von Gles Cooper war in den 60ern ein Straßenfeger.

 

Die Blumen des Schreckens – die Story


Nach einem Kometenschauer über London ist die Zivilisation zusammengebrochen: Triffids, riesige, fleischfressende Pflanzen, haben die Kontrolle übernommen und bedrohen die überlebenden Einwohner. Autor John Wyndham setzt aber noch einen oben drauf, denn fast alle Einwohner sind nach dem Kometenschauer erblindet und irrer hilflos umher.

Zu den wenigen Sehenden gehört Bill Masen, der nach einem Triffid-Angriff die Nacht des Meteoriten-Regens mit Bandagen auf seinen Augen im Krankenhaus verbringt. Zusammen mit anderen Sehenden wie der Schriftstellerin Josella Playton versucht er sich durchzuschlagen. Verteilungs- und Machtkämpfe werden erbittert geführt und die britische Gesellschaft fällt schnell ins Mittelalter zurück. Religiöse Fanatiker, Welterneuerer oder Räuber beherrschen das Geschehen.

Am Ende lebt die Gruppe auf einer Triffid-freien Insel auf einem Bauernhof. Die Gruppe hofft, dass in einer oder mehreren Generationen das Festland wieder besiedelt werden kann.



 

 

In einer Liga mit George Orwell und Aldous Huxley


In vielerlei Hinsicht erinnert mich Wyndhams Roman an Dystopien wie George Orwells 1984 oder Aldous Huxley Schöne neue Welt, schon alleine weil er zu selben Zeit geschrieben wurde. Diese Epoche war geprägt von düsteren Zukunftsvisionen, weswegen Triffids weit mehr ist als bloße Science-Fiction.

Wyndham stellt in seinem Buch interessante soziologische Fragen: Was passiert wenn wissenschaftliche Errungenschaften außer Kontrolle geraten? Eine Frage die uns zu allen Zeiten interessiert, denken wir heute nur an die Gentechnik oder an künstliche Intelligenz (dazu auch interessant die Thesen Frank Schirrmachers in seinem neuen Buch Payback

Aber auch die Frage danach, wie sich die Überlebenden einer globalen Katastrophe reorganisieren würden? Wyndham schafft es hoch interessante Themen in eine mehr oder weniger triviale Handlung zu packen, was seine Werke unterhaltsam und anspruchsvoll zugleich macht.



 

 

Hansjörg Felmy ist Bill Masen – Das Hörspiel


Das Hörspiel ist ein echter Klassiker und genau nach meinem Geschmack, weswegen ich das vom WDR produzierte Stück (3 CDs) in einem Rutsch weggehört habe. Hasjörg Felmy (man kennt ja auch aus dem Fernsehserien, wie „Tatort“ oder „Airport“) spielt seine Rolle sicher. Weitere bekannte Sprecherinnen sind Margot Leonard (u.a. Synchronstimme von Marilyn Monroe und Brigitte Bardot) und Marlene Riphan (bekannt als Tante Betty aus der „Lindenstraße“) so dass ich mich gut aufgehoben fühlte.

Viel Spaß beim Nachhören!

Spieldauer 207min. Erschienen 2007 im DAV



 

 

1962 erschien übrigens ein klassisches B-Movie mit dem Titel „Blumen des Schreckens“ und galt bereits Jahre vor den Killertomaten als schlechtester Gemüsefilm aller Zeiten. Auch ein Grund, weswegen Wyndhams Roman lange um Anerkennung ringen musste. Wer auf schlecht gemachtes Kino steht, der kann unten einen Blick in den Streifen werfen.

 

  • Armin
    Mrz 28th, 2010 at 13:56 | #1

    OMG wie lange habe ich diesen Film nicht mehr gesehen. Danke fürs reinstellen.

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