Don Quijote von der Mancha von Miguel de Cervantes

Samstag, 4. Dezember 2010

Don Quijote von Miguel de Cervantes

Don Quijote von Miguel de Cervantes

Für mich ist »Don Quijote von der Mancha« von Miguel de Cervantes, produziert von Klaus Buhlert, das beste Hörspiel des Jahres. Die berühmten Abenteuer um den Ritter von der traurigen Gestalt in einer neuen Übersetzung von Susanne Lange. Genial gesprochen von Don Quijote Rufus Beck und Sancho Panza Thomas Thieme, schafft es Buhlert durch seinen melodischen und zugleich melancholischen Flamenco-Klangteppich die Kargheit und Weite der Mancha in einem einmaligen Sound einzufangen. Diese Produktion ist ein Meisterwerk!
 
 

 
 

Der Ritter von der traurigen Gestalt auf der Suche nach Abenteuern


In einer verrosteten Rüstung zieht Don Quijote auf seinem Gaul Rocinante los, um gegen Riesen zu kämpfen und Ungeheuer in die Flucht zu schlagen. Dass es sich dabei in Wirklichkeit um Weinschläuche und Windmühlen handelt, kann nur behaupten, wer von wahren Abenteuern nichts versteht.

Das Hörspiel ist ein Auszug aus dem 1600 Seiten umfassenden, im Jahre 1605 erschienenen Roman um einen kleinen Landadligen, der soviele Ritterromane liest, das er diese für absolut wahr hält und darüber verrückt geworden, selber ein fahrender Rittersmann sein will. In dieser Version werden zunächst nur die 1. und die 2. Fahrt des Ritters von der traurigen Gestalt berücksichtigt.

 

Don Quijote, Hörspiel in sechs Teilen


Das Hörspiel unter der Regie von Klaus Buhlert, der bereits Mamutwerke wie „Moby Dick“ oder „Der Mann ohne Eigenschaften“ erfolgreich produzierte, ist eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Hessischen Rundfunk.

Anstelle eines sonst üblichen auktorialen Erzählers setzt Buhlert auf drei Sprecher, eine Frauen- und vor allem zwei Männerstimmen, die dieses Hörspiel tragen. Zwei Schauspieler lesen die entsprechenden Passagen des Romans, ergänzen, erwidern und fallen sich ins Wort. Rufus Beck, mit dem Klaus Buhlert bereits bei „Moby Dick“ zusammenarbeitete, gibt den stolzen Ritter Don Quijote, während Thomas Thieme als treuer Knecht Sancho Panza den kongenialen Gegenpart darstellt und Anna Thalbach die weiblichen Rollen spricht.

 

Geniales Ensemble: Rufus Beck (links), Anna Thalbach und Thomas Thieme

Geniale Besetzung: Rufus Beck (l.), Anna Thalbach und Thomas Thieme


 

Mein Fazit


Neugierig geworden bin ich auf die neue Interpretation des Don Quijote durch den Auftritt Rufus Becks beim Deutschen Hörspielpreis. Und ich kann wirklich sagen, das »Don Quijote von der Mancha« von Miguel de Cervantes ist ein Hörspiel (wobei es eigentlich mehr eine atmosphärisch, musikalisch untermalte Lesung mit verschiedenen Sprechern ist) der Extraklasse ist. Viel Positives trägt dazu die neue Übersetzung von Susanne Lange bei, die es schafft, dem feinsinnig ironischen Stil des Werkes gerecht zu werden ohne die Tragik um den traurigen Ritter aus den Augen zu verlieren. Klaus Buhlerts Entschluss, die Hörspielfassung auf den ersten Teil zu reduzieren hat sich als absolut richtig erwiesen (ob der zweite Teil folgen wird ist noch nicht entschieden).

Getragen wird das Hörspiel natürlich von Rufius Beck. der dem tragischen Helden Don Quijote die angemessen Theatralik verleiht und Thomas Thieme, der Sancho Panza seine markante Stimme verleiht. Insgesamt ist das Soundbild sehr stimmig. Klaus Buhlert offenbart in einem im Booklet abgedruckten Interview, das er extra für dieses Hörspiel die Flamenco-Gitarre erlernt hat.

Das Booklet ist es, was dieses Hörspiel abrundet. Lange habe ich nicht mehr ein so umfangreiches und informatives Booklet in den Händen gehalten, wie bei dieser Produktion aus dem Hörverlag. Auf 20 Seiten erfährt der interessierte Hörer viele Hintergründe zur Produktion, dem Autor, der Übersetzerin und den Sprechern, so dass ich endlich mal wieder ruhigen Gewissen auf die CDs-Version verweisen darf.

Für mich eines, wenn nicht das beste Hörspiel des Jahres.

Viel Spaß beim Nachhören!

 

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 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 1

Spieldauer: ca. 332min. (gekürzte Lesung)

CDs: 6

Verlag: Der Hörverlag

Erschienen: 2010

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