Farm der Tiere von George Orwell

Samstag, 5. November 2011

Farm der Tiere von George Orwell

Farm der Tiere von George Orwell

Der alte, preisgekrönte Eber Old Major hat eine Vision. Als Farmer Jones vergißt, die Stalltür abzuschließen, kommen die Tiere der “Herrenfarm” zusammen und lauschen gebannt Old Majors Worten von der Revolution, der Lehre des “Animalismus” und dem Lied “Tiere von England”. Bald ist es soweit: Die Tiere übernehmen die Macht, allen voran die Schweine Schneeball und Napoleon… George Orwells legendäre Fabel »Farm der Tiere« als Hörspiel mit Otto Sander in der Hauptrolle. Ein Klassiker!
 

 
 
 

Farm der Tiere – Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als Andere


1945 war “Farm der Tiere” als Parabel auf die Russische Revolution von 1917 und die folgende Entartung in die stalinistische Sowjetunion entstanden. Die Geschichte ist ganz einfach: Old Majors Vision von Revolution, Animalismus und dem “Lied der Tiere” trägt Früchte. Die Tiere der “Herrenfarm” übernehmen die Macht. Ihre Führer sind die Schweine Napoleon und Schneeball. Was so herrlich begann, endet in Terror und groteskem Personenkult. Dabei sind die Parallelen der Figuren und Handlungen nicht zu leugnen: Der Bauer und die davongejagte Frau stellen die Oktoberrevolution dar, die beiden Schweine-Rivalen Schneeball und Napoleon sind Trotzki und Stalin, dem Bau der Windmühle entspricht der Fünfjahresplan, und die Hunde, die Schneeball vertreiben, stehen für die Geheimpolizei. Selbstverständlich überschreitet die Moral der Geschichte diese historischen Entsprechungen. Am deutlichsten tritt sie in dem grotesken Leitspruch “Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere.” zu Tage. Denn dieser abwegige Spruch trifft beileibe nicht nur auf Diktaturen zu, sondern ist alltägliche Wirklichkeit auch in Demokratien.

Wenngleich sich der Autor in “Farm der Tiere” sehr pessimistisch zeigt, ist er doch ein kritischer Sozialist geblieben. Da er bereits 1950 an Tuberkulose starb, ist unsicher, wohin er sich später gewandt hätte. Fest steht jedoch: Der Sohn eines britischen Beamten in Nordostindien war ein erbitterter Gegner des englischen Imperialismus und kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg. Als Journalist stand er stets auf der sozialistischen Seite. Dogmatiker war Orwell jedoch nicht, dazu war er viel zu ironisch und kannte den Menschen zu sehr.

Die Hörspielfassung unter der Regie von Manfred Marchfelder inszeniert die bitterböse Satire als eine äußerst schaurige Entwicklung vom Traum zum Albtraum. Das Aufgebot an glänzenden Sprechern setzt die Parabel lebendig-prall in Szene. Es beginnt mit dem brillanten Bernhard Minetti, der seine Vision von einem schöneren Leben vorträgt, geht über eine beängstigende Stimmen-Collage von Schweine-Fußvolk über die genial abwechselnden Parts der Erzähler Harry Wüstenhagen, Otto Sander und Lothar Blumhagen bis hin zur grotesk umgedrehten Endveranstaltung des Paktierens mit dem einstigen Feind, dem Mensch. Eine gelungene Bearbeitung der bekannten Satire, mit dem unüberhörbaren Appell zu echter Menschlichkeit und individueller gesellschaftlicher Verantwortung. Absolut empfehlenswert! Eine DeutschlandRadio-Aufnahme aus dem Jahr 1981.

 

 

Wer möchte, findet bei Youtube übrigens die komplette deutsche Filmfassung zu George Orwells »Farm der Tiere«

 

Mein Fazit


George Orwell schrieb mit »Animal Farm« eine der großen Satiren der Weltliteratur. Sie gilt heute als Lehrstück gegen jedweden Totalitarismus. Das Hörspiel ist ein echter Klassiker und durch Sprecher wie Otto Sander und Bernhard Minetti ein echter Hörgenuss! Kann man immer wieder hören.

Viel Spaß beim Nachhören!

 

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 1

Spieldauer: ca. 74min. (gekürzte Fassung)

CDs: 1

Verlag: Der Audio Verlag

Erschienen: 2003

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