Flieg, Hitler, Flieg von Ned Beauman

Montag, 17. Mai 2010

Flieg, Hitler, Flieg von Ned Beauman

Flieg, Hitler, Flieg von Ned Beauman

»Boxer, Beetle« heißt das Debüt des 24 jährigen Ned Beauman im Original und es scheint gelungen zu sein. Warum scheint? Weil ich das nach dem hören des Hörbuchs nicht wirklich bewerten kann. Grund dafür ist die schwache Leistung des »Hörbuchbuchsprechers« Oliver Korittke. Hört Euch einfach die Hörprobe an und entscheidet selber ob Ihr Euch das antun wollt. Ich empfehle lieber den Griff zum Buch.
 

 

Flieg, Hitler, Flieg – Von Boxern und Käfern


Der Roman spaltet sich in zwei Handlungsstränge: 1934 in England steht der sechzehn Jahre alte, kleinwüchsige jüdischer Boxer, Seth „Sinner“ Roach, der nur neun Zehen hat, im Fokus des Geschehens. Nach einem Kampf spricht ihn der nationalsozialistische Hobby-Wissenschaftler Philip Erskine an. Erskine ist bei einer Expedition im Osten auf einen Käfer mit einer interessanten Musterung gestoßen. Er tauft ihn “Anophthalmus hitleri”. Nun will er seine Forschungen auf Menschen ausdehnen und Seth kommt ihm dazu aufgrund seiner außergewöhnlichen Physiognomie gerade recht.

74 Jahre später findet Kevin Broom, ein Sammler von Nazi-Devotionalien, in der Wohnung eines ermordeten Detektive einen Brief Hitlers an Erskine und erhält kurz darauf Besuch von einem Auftragskiller, der offenbar zur legendenumrankten Thule-Gesellschaft gehört.

 

Die Romanidee ist nicht unspannend


Hört man Ned Beauman (siehe Video unten) zu, wie er sich die Geschichte zu seinem Debütroman erarbeitet hat, wird man schon neugierig und bekommt richtig Lust auf einen spannenden Actionthriller.

 

 

Auch die Marketingumsetzung der deutschen Version finde ich sehr gelungen. Alleine schon die Titelidee »Flieg, Hitler, Flieg« und dann dem Hitler auf dem Cover eine rote Nase zu verpassen: das macht neugierig. Zugegeben, das war auch ein Grund warum ich zu diesem Hörbuch gegriffen habe. Ein weiterer war der Sprecher Oliver Korittke, den ich als Schauspieler verehre. Doch diese Besetzung erweist sich als ein veritabler Griff ins Klo.

 

Das Hörbuch geht gar nicht – Korittke hat’s versemmelt


Korittke ließt den Text so stockend und abgehackt, das ich mich manchmal gefragt habe, ob er überhaupt das versteht, was er da ließt. Besonders enttäuscht bin ich von seiner Umsetzung der wörtlichen Rede. Sein Erzählton ist durch die Bank weg monoton und die Figuren werden alle samt gleich betont gesprochen. Ich habe mich mehrmals dabei erwischt, wie ich beim hören gedanklich weggedriftet bin und völlig den Faden verloren habe. Auch harte Brüche, wie die Wechsel der Szenarien 1934 und Gegenwart gehen in Korittkes monotonem Lesestil unter.

 

Mein Fazit


Ein Hörbuch steht und fällt mit dem Sprecher und hier geht der Text unter. Ansich stimmt bei dieser Random House Audio-Ausgabe vieles: das Coxer, die Aufmachung, das Case, auch den Preis hätte ich ok gefunden. Die Story hat mich zumindest soweit angefixt, dass ich mir das gedruckte Buch zulegen werde. Als Hörbuch leider ein „no go“.

 

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch Downloads bei Libri.de


Spieldauer: ca. 298min.

CDs: 4

Verlag: Random House Audio

Erschienen: 2010

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