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H.G. Francis – Nachruf auf eine Hörspiellegende

Dienstag, 8. November 2011

Zum Tod von H.G. Francis

Zum Tod von H.G. Francis

Am 03.11.2011 ist leider die Hörspiellegende H.G. Francis verstorben. Er wurde berühmt als Auto der Hörspielserie Perry Rhodan. Gleichzeitig schuf er aber noch eine Fülle weiterer legendärer Hörspiele. Diesen kleinen Artikel möchte ich dem Mann widmen, dessen Leben Hörspiele waren. Ein Nachruf auf Hans Gerhard Franciskowsky.
 

 
 
 

Ein ganzes dreiviertel Jahrhundert hat das Lebenswerk von H.G. Francis, der eigentlich Hans Gerhard Franciskowsky hieß, mit einer Fülle kleinliterarischen Schaffens gefüllt, die ihn zu den ganz Großen macht. Über 400 Romane, etwa 600 Hörspiele und erstaunlicherweise 130 Goldene Schallplatten und sechs Platin Alben sind die Hinterlassenschaft eines schreibversessenen und vielseitigen Autors, der am 03.11.2011 verstorben ist.

 

H.G. Francis – Phantasie von Beginn an


Schon als Junge liebte der 1936 in Itzehoe geborene Hans Gerhard die leichte Literatur und vor allem Science Fiction war das Sujet, das ihn schon immer in den Bann zog. Als Mitarbeiter eines Pharmaunternehmens schrieb Franciskowsky nebenher seine ersten Romane, der erste wurde bereits 1962 veröffentlicht. Dann folgte ein Werk dem anderen, vor allem Heftromane und Hörspiele waren die Spezialität des deutschen Meisters der kurzweiligen Sciene Fiction.

1972 gab Franciskowsky seine Anstellung im Pharmaunternehmen auf und widmete sich fortan nur noch der Schriftstellerei. Mittlerweile gehörte er auch zum Erfolgsteam der Perry Rhodan Reihe und schrieb vertraglich gebunden hier etwa 200 Folgen.

 

Hörspiele nach Maß


Aber nicht nur Science Fiction prägte das Lebenswerk des Schriftstellers, der unter mehreren Pseudonymen arbeitete. Auch für “Die drei ???” oder “TKKG” schrieb Francis erfolgreiche Adaptionen für Hörspiele. Für das Label Europa entstand eine Reihe von Hörspielen, so beispielsweise die Halloween Gruselreihe mit 18 Folgen, die noch heute auf Disc erhältlich sind. Bekannt wurde H.G. Francis auch durch eine Reihe veröffentlichter Hörspielkassetten. Als jedoch Ende der 1980er Jahre der Kassettenmarkt zusammenbrach, verabschiedete sich Francis auch aus diesem Metier.

 

Vielfalt ohne Einfalt


Auch wenn die Masse der veröffentlichten Kurzromane und Hörspiele vor allem im Bereich anderer Welten spielt, verließ Franciskowsky niemals die Welt der Realität. Unter dem Pseudonym Peter Bars erschien “Das Geheimnis des Bermuda-Dreiecks” in dem tatsächliche Begebenheiten geschildert werden. Sachgeschichten, Pferdegeschichten für die Wendy-Reihe, Tierbücher und historische Romane ergänzen ein breites literarisches Schaffen.

Es ist vor allem die Vielfalt an Ideen und deren schöpferische Umsetzung, die das Lebenswerk von H.G. Francis so unvergleichlich machen. Abseits von billiger Trivialität und immer auch mit einem Blick auf die Stärken aber auch auf die Schwächen der menschlichen Gattung ausgerichtet, bietet das schriftstellerische Werk von Hans Gerhard Franciskowsky eine Breite an Themen und Sujets, die auch noch heute viele Menschen überall im deutschsprachigen Raum in den Bann zieht.

 

Beliebt über den Tod hinaus


Dabei hat es H.G. Francis immer verstanden, sinnreichen Wortwitz mit Fiktionen zu verbinden, die oftmals gar nicht so weit von der Realität des Lebens entfernt scheinen. Das ist es letztlich auch, was die Beliebtheit der Romane, Hörspiele und Erzählungen des ungemein produktiven Schriftstellers ausmacht. Etwa 120 Millionen Gesamtauflage der Hörspiele sind für die Vielseitigkeit des erdzugewandten Weltraumreisenden ein beredtes Zeugnis. Seine letzte Veröffentlichung datiert aus dem Jahr 2008. Danach kämpfte der vielseitige und unermüdliche Schreiber ebenso bezaubernder wie spannender Werke mit einer langen, schweren Krankheit, die ihm am 03. November 2011 letztlich das Leben nahm. Lebhaft hingegen bleiben seine Helden aus einem Lebenswerk, dass auch nach einem dreiviertel Jahrhundert nichts an Spannung und Beliebtheit eingebüsst hat.

 

Interview aus dem Jahr 2009


Im Gedenken an H.G. Francis möchte ich auf eines seiner letzten Interviews hinweisen. Aufgenommen von den Kollen des Stimmenjägers auf der Hörspielmesse 2009 in Hamburg.

 

 

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