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Halleluja von Joachim Fernau

Mittwoch, 16. November 2011

Halleluja von J.Fernau

Halleluja von J.Fernau

Kurzweilige Geschichtsstunde mit Joachim Fernau: Die Geschichte der USA aus einer anderen Perspektive. Fernau bleibt unberührt von dem Rausch des Aufstiegs, dem Rausch der Parolen, dem Rausch der Macht. Sarkastisch und zynisch, aber stehts fair und ohne in billigen Antiamerikanismus zu verfallen berichtet er über die Werdung und Entwicklung einer Weltmacht. Gelesen von Dieter Mann, gute Unterhaltung!
 

 
 

Halleluja – Joachim Fernau erzählt die Geschichte der USA


Joachim Fernau erzählt Geschichte auf eine besondere Art und Weise. Nach der Geschichte der Griechen und der Römer von der Entdeckung Amerikas, den Indianerkriegen, der Unabhängigkeitserklärung, dem Bürgerkrieg bis zum Zweiten Weltkrieg: Wenn sich Joachim Fernau dem »Land der unbegrenzten Möglichkeiten« widmet, dann stets respektlos, provokant und mit bissigem Humor. Der Streifzug des Bestsellerautors quer durch die Geschichte der USA zeigt die Schattenseiten des »American Dreams«, seine Sympathie gilt den Verlierern in diesem Land, das seine Seele längst verloren hat. Und so weiß Fernau nur wenig Schmeichelhaftes zu berichten über die verehrten Autoritäten der USA. Er holt Washington, Lincoln, Jefferson oder Roosevelt vom hohen Sockel und zeigt, dass sie sich nicht mit Ruhm bekleckert haben. Das Fazit seiner ungewöhnlichen Geschichtsstunde: Wenn die Amerikaner so friedliebend sind – warum stürzen sie sich dann in fast jeden Krieg?

 

Mein Fazit


Wenn Joachim Fernau Geschichte erzählt, dann ist das nicht nur bildend, sondern auch unterhaltsam. Warum? Es gibt Tausende von Büchern über Amerika, aber in keinem steht eine Behauptung wie diese: “Daß es die Vereinigten Staaten von Amerika gibt, verdanken wir vor allem den Briten. Hätten sie nicht die Indianer ausgerottet, so würde Amerika ein ganz anderes Schicksal erfahren haben. Es hätte das Schicksal Afrikas gehabt.” Fernaus Geschichte der USA ist anders. Den Griechen galt die ganze Liebe des Autors, und auch unter den Römern fand er immer wieder eine Gestalt für sein Herz. Über den Atlantik aber fliegt es nie. Es bleibt unberührt von dem Rausch des Aufstiegs, dem Rausch der Parolen, dem Rausch der Macht. Wenn es hörbar schlägt, dann für zwei Besiegte: die physisch vernichteten Indianer und das seelisch vernichtete Europa, insbesondere das deutschsprachige, von heute. Dann zeigt sich, daß das Herz des Autors nicht nur lieben kann. Sarkastisch und zynisch aber stehts fair berichtet Fernau über die Entstehung und Entwicklung eienr Weltmacht.

Auch dieses Fernau-Hörbuch wird großartig von Schauspieler Dieter Mann gesprochen. Unterm Strich eine weitere kurzweilige Geschichtstunde mit Joachim Fernau.

Viel Spaß beim Nachhören!

 

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 3

Spieldauer: ca. 440min. (gekürzte Lesung)

CDs: 6

Verlag: Langen/Müller Audio-Books

Erschienen: 2004

  • Plicht
    Mrz 23rd, 2015 at 19:24 | #1

    Wenn ein Obersturmbannfuehrer die Geschichte Amerikas durch sein zynisches Prisma erzählt (seht nur, nicht nur wir waren schlecht), die Verantwortung Deutschlands fuer die letzen beiden Kriege verleugnet oder herunterspielt und das Ganze von einem preussischen Schauspieler deklamiert wird, den die Hälfte seines Lebens SED Parteisekretaere gespielt hat, läuft es einem beim Zuhören kalt den Rücken herunter.
    War das so gewollt oder is da ein Paulus zum Saulus bekehrt worden?

    Beim Autor des Textes kann so eine Geisteserleuchtung allerdings ausgeschlossen werden und gibt so ein gutes Beispiel fuer Vergangenheitsbewältigung im Nachkriegsdeutschland (1977!)

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