Imperium von Robert Harris

Sonntag, 14. Februar 2010

Imperium von Robert Harris

Imperium von Robert Harris

L.A. Law zu Zeiten Gaius Iulius Caesar. Robert Harris gelingt mit Imperium die spannende Symbiose aus historischem Roman und intrigenreichen Anwaltsthriller.

 

Grundsätzlich wirken historische Romane auf mich etwas dröge, weshalb ich eher einen großen Bogen um sie mache. Weil bei diesem Werk der Name des Autors jedoch Robert Harris lautet, habe ich mich entschieden der Geschichte eine Chance zu geben, zumal ich zuvor schon die englische Version von Harris Hörbuch „Pompeij“ gehört habe.

 
 

Worum geht es in Imperium?


Imperium ist der erste Teil einer geplanten biographischen Trilogie über den römischen Anwalt und Politiker Marcus Tullius Cicero (*106 bis †43 v.Chr.). Die Geschichte wird dabei aus der Perspektive seines Sekretärs und Haussklaven Tiro erzählt, der bekannt ist für die Erfindung der altrömischen Kurzschrift, den so genannten Tironischen Noten.

Im Mittelpunkt von Imperium steht der politische Aufstieg Ciceros, der als junger Anwalt in der in Korruption und Intrigen untergehen zu drohenden Republik Rom für Aufsehen sorgt. Dabei teilt sich der Harris Roman in drei Handlungspassagen. Zunächst stellt Cicero den brutalen Provinzstadthalter Gaius Verres, den er in einem packenden Schauprozess aus der Stadt jagt. Daraufhin arbeitet Cicero an seiner Kandidatur auf das Ädilenamt. Den Höhepunkt des ersten Teils bildet Ciceros Konsulatskandidatur, in der harte Machtkämpfe führen muss, welche in der Verschwörung Catilinas kulminieren.

Harris gelingt es Ciceros Geschichte in einen spannenden Anwaltsthriller zu verwandeln. Dabei bleiben die Protagonisten stets authentisch. Allerdings ist Imperium kein seichter Hörspaß. Dem Hörer werden einige Vorkenntnisse zur römischen Geschichte abverlangt. Wer also neben dem aufmerksamen Lauschen gerne bei Wikipedia vorbei surft, um den einen oder anderen neuen Begriff zu lernen und sich römische Geschichte näher zu bringen, für den ist die Cicero-Trilogie genau das richtige.

 


 

Mich persönlich hat die Geschichte sofort gepackt, so dass ich Imperium mittlerweile dreimal durchgehört habe. Auch der Ende 2010 erschienene zweite Teil „Titan“ kann sich hören lassen. Auf diesen werde ich aber nochmal in einem gesonderten Artikel eingehen.

Viel Spaß beim Nachhören!


Zur Hörbuchversion:


Deutscher Akademischer Austauschdienst

© Franz Richter
Quellle: Wikipedia

Gelesen wird das 2007 im Random House Audio Verlag erschienen Hörbuch von Schauspieler und Synchronsprecher Christian Berkel, dessen nüchterne Tonlage mir persönlich sehr zugesagt hat, aber sicherlich nicht jedermann Geschmack treffen wird. Berkel ist einem breiten Publikum bekannt aus Kinofilmen wie „Das Experiment“ oder „Der Untergang“.

Die Kritik zum Roman war positiv. ARD-Literaturkritiker Denis Scheck zum Beispiel attestierte dem Autor, dass er mit seinen „Bezügen auf das heutige politische Personal (…) taufrisch von der Gegenwart“ erzähle.

Leider habe ich auf die Schnelle keine aussagefähigen Besprechungen des Hörbuchs gefunden. Diese werde ich hier bei Gelegenheit noch nachtragen.

Spieldauer: 6 Stunden und 41 Minuten

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