Kill Your Friends von John Niven | Hörbuch Blog: die besten Hörbucher und Hörspiele

Kill Your Friends von John Niven

Montag, 21. November 2011

Kill your friends

Kill Your Friends

Erfolg um jeden Preis. Steven Stelfox ist A&R-Manager bei einer großen Plattenfirma. Immer auf der Suche nach dem nächsten Hit, immer am oberen Limit. Doch als die Erfolge ausbleiben, grieft er zu radikalen Mitteln. Plötzlich verwandeln sich die guten Freunde in Todfeinde. In einer Welt, in der sich die Protagonisten krampfhaft über Sex, Drugs & Rock ‘n’ Roll definieren, gerät sein Leben zunehmend außer Kontrolle. Die Folgen sind verheerend. Verstörend gut gelesen von Ärzte-Drummer Bela B.!
 

 
 

Kill Your Friends – So wahr mir Mord helfe


»Kill Your Friends« war der Durchbruch des schottischen Autors John Niven, der vielen durch seinen Roman Gott bewahre mittlerweile ein Begriff sein sollte. Mit »Kill Your Friends« präsentiert er eine bissige Satire des Musikgeschäfts, basierend auf seiner kurzen und mäßig erfolgreichen Karriere als A&R-Manager, in der er es u.a. versäumte Verträge mit Coldplay und Muse zu unterzeichnen. Der Roman wurde von William Heinemann im Jahr 2008 veröffentlicht und erntete eine Menge Beifall: das Word-Magazin urteilte über den Roman als “vielleicht der beste britische Roman seit Trainspotting”. Er wurde in sieben Sprachen übersetzt und war ein Bestseller in Großbritannien und Deutschland. Kill Your Friends wird derzeit verfilmt.

 

 

Mein Fazit


»Kill Your Friends« ist John Nivens persönliche Abrechnung mit der Musikindustrie. Und sie ist gelungen. Die von Niven kreierte Figur Steven Stelfox erinnert stark an den britischen Produzenten Simon Cowell (nicht zuletzt auch wegen seinem Auftritt in dem Niven-Roman Gott bewahre als Jurymitglied von American Pop-Idol) und ist an Niedertracht kaum zu überbieten. Kollegen kriegen seinen Hass genauso zu spüren wie Konkurrenten. Für talentierte Nachwuchsmusiker hat er nur Spott übrig:

“Ein paar Worte an Euch hoffnungsvolle Nachwuchstalente, die ihr noch keinen Plattenvertrag habt: FICKT EUCH! Ernsthaft. Eure Eltern haben völlig recht. Ihr könntet Euer Erspartes statt in Gitarrenseiten genauso gut in Lottoscheine investieren. Eure Chance wären so ziemlich die gleichen. Wir bekommen jede Woche 1500 unverlangte Päckchen mit Demotapes zugesendet. (…) die überwältigende Mehrheit dieser Päckchen werden niemals geöffnet.”


Die größte Verachtung gilt dem Geschmack der Massen:

“Nicht das ich eine fehlerfreie Erfolgsbilanz vorweisen könnte (…) im Schnitt liege ich aber nur in 8 oder 9 von 10 Fällen falsch (…) das heißt, wenn man mir 10 neue Bands vorspielt, werde ich wahrscheinlich 3 oder 4 Acts ablehnen, die anschließend außerordentlichen Erfolg haben. Ich habe Demotapes von Bands, die heute Megastars sind, quer durch den Raum gefeuert. Bands, deren Platten DU besitzt… während mir vor Lachen die Tränen das Gesicht herunter liefen. (…) Mich interessiert es nicht, welchem Genre etwas zugehörig ist. Rock, Trance, Hip-Hop, beschissener bulgarischer Heavy-Metal… hauptsache es ist profitabel.”


Sprecher Bela B. (Autor, Schauspieler und Synchronsprecher – den meisten aber als Drummer der “besten Band der Welt” – Die Ärzte bekannt) überrascht mit seinem coolen Vortragsstil, wodurch die Story nochmal an Glaubwürdigkeit gewinnt. Insgesamt wohl ein überzeichneter aber nicht nur wegen seiner deutlichen Sprache ein äußerst unerhaltsamer Höllenritt durch das “Pop”-Jahr 1997.

 

 

Der Kauf der CD-Box lohnt hier wirklich, da man neben einem schönen Case auch ein kleines Booklet samt coolen Fotos von Bela B. (Aufgenommen von Konstanze Haberman) bekommt. Ein Hingucker!

Viel Spaß beim Nachhören!

 

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 2

Spieldauer: ca. 235min. (gekürzte Lesung)

CDs: 3

Verlag: Deutsche Grammophon

Erschienen: 2009

  • Kessy
    Jun 20th, 2012 at 12:31 | #1

    Ich wollte heute eigentlich auch dieses Hörbuch hören.Habe es auch angemacht und nach sage und schreibe 10 Min.wieder ausgemacht.Diese Fäkalsprache gefiel mir überhaupt nicht.Und auch die Stimme von Bela B.konnte mich nicht überzeugen.Das war mir doch irgendwie eine Nummer zu heftig.könnte aber auch daran liegen,das es mich nie wirklich interesiert hat,was wirklich in der Musikbranche abgeht.Aber wer weiss,vielleicht krame ich irgendwann doch noch mal das Hörbuch wieder vor.Für sowas, muss man glaube ich auch in der Stimmung sein.

  • Jun 20th, 2012 at 14:37 | #2

    “(…)könnte aber auch daran liegen,das es mich nie wirklich interesiert hat,was wirklich in der Musikbranche abgeht” Das geht mir auch so, fand es aber ab der 2. CD trotzdem ganz unterhaltsam. Die Entlarvung der Branche geht, glaube ich, nur wenn man auch deren Sprache spricht.

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