Marx & Engels intim von Harry Rowohlt und Gregor Gysi

Sonntag, 30. Mai 2010

Marx & Engels intim von Harry Rowohlt und Gregor Gysi

Marx & Engels intim

Eine amüsante Lesung aus den persönlichen Briefen und Texten zwei der berühmtesten Philosophen der Welt: Karl Marx und Friedrich Engels. So was hat man von diesen Ikonen noch nicht gehört. Diese privaten Briefe der beiden Männer sind unerwartet deftig, denn sie rechnen mit fast allen Genossen ihrer Zeit ab. Die beiden Vortragenden in diesem Hörbuch, Harry Rowohlt und Gregor Gysi, verleihen den Schriften die angemessene Würze.
 

 
 

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!


Zum ersten Mal im Lichte der Öffentlichkeit: eine Lesung aus den persönlichen Briefen und Dokumenten von Karl Marx und Friedrich Engels. Das diese Lesung Zustande kam ist hauptsächlich einem Menschen zu verdanken, der sich daran machte, alle Dokumente von Marx und Engels zu einer kompletten Sammlung zusammenzutragen: Dawid Rjasanow. Er sammelte so ziemlich alles der beiden Philosophen, darunter eben auch persönliche Briefe, die eigentlich nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren.

Harry Rowohlt und Gregor Gysi lesen vor ausverkauftem Haus live in der Berliner Kalkscheune aus dem intimen Briefwechsel. Moderiert und kommentiert werden die Bonmots von Anna Thalbach.

„Ich spreche Marx, weil ich so aussehe, und da ist dann für Gregor Gysi nur noch Engels übrig geblieben, obwohl er nicht so aussieht.“ Harry Rowohlt

In der privaten Korrespondenz der beiden Männer wird gelästert, beleidigt, verurteilt, so dass jeder sein Fett weg bekommt: die dummen Schweizer, die lügnerischen Dänen sowie liederlichen Weibstücke, politische Gegner, Familie und Verwandte. Besonders schockierend dürften die Einblicke darüber sein, wie Marx und Engels über ihre politischen Anhänger und insbesondere die Arbeiter und Bauern gedacht haben. Nach der Lektüre dieser Briefe wundert es den Leser nicht mehr, das Marx sich selbst vom Marxismus distanzierte. Als besonderes Bonbon wird dem Hörer am Schluss sogar verraten, von wem eigentlich ursprünglich der Leitspruch „Proletarier aller Länder vereinigt Euch!“ stammt.

 

 

Mein Fazit


»Marx & Engels intim« ist ein kurzweiliger Hörspaß, vor allem weil die Interpreten eine gute Performance abliefern. Die intimen Ansichten der beiden Ikonen linker Politik so geballt vor Augen Ohre geführt zu bekommen ist schon ein wenig überraschen, wenn auch nicht wirklich schockieren (wenn man sich schon mal näher mit deren Werken auseinander gesetzt hat).

Für ein rund um gelungenes a href=”http://www.hoerbuch-blog.com”>Hörbuch ist mir »Marx & Engels intim« dann aber fast schon ein bisschen zu kurz. Ich hätte gerne mehr aus dem Nähkästchen dieser Figuren gehört. Deswegen stellt sich mir die Frage, ob es wirklich nicht mehr zuhören gab, oder ob die Lesung so stark gekürzt ist? (Im Booklet habe ich dazu zumindest keine Anhaltspunkte gefunden) Wie immer bei einer Livelesung kommt dann noch eine unkalkulierbare Variable dazu: das Publikum. Dieses wirkte auf mich auch hier mal wieder ein bisschen „zu dankbar“. Teilweise bricht beim Berliner Publikum über die flachsten Zitate und Kommentare schallendes Gelächter aus, was vielleicht durch einen übermäßigen Alkoholausschank zu erklären ist?

 

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch Downloads bei Libri.de


Spieldauer: ca. 66min.

CDs: 1

Verlag: Random House Audio

Erschienen: 2009

  • Antonowitsch
    Jun 1st, 2010 at 16:25 | #1

    also ich war damals in Berlin live dabei und fand das Publikum nicht so schlimm.

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