Metropolis von Thea von Harbou | Hörbuch Blog: die besten Hörbucher und Hörspiele

Metropolis von Thea von Harbou

Sonntag, 31. Juli 2011

Metropolis

Metropolis

Der Stummfilm als Hörspiel, kann das gut gehen? Die Antwort lautet: Ja, aber. Die Bilder aus Fritz Langs Meisterwerk werden in Form von experimentellen Sounds nachgestellt. Das wirkt avantgardistisch, der Moderne angemessen, bewegt sich aber auch auf einem schmalen Grad. Der teilweise lärmenden Klangteppich ist nicht jedermanns Sache. Ein Ersatz für den Film kann das Hörspiel sowieso nicht darstellen. Daher mein Tipp, Film anschauen und dann das Hörspiel anhören.
 

 
 

Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein


Thea von Harbous 1925 veröffentlichter Roman »Metropolis« ist ein früher Klassiker des Sciencefictions und seit langem vergriffen. Der Roman und das Drehbuch zur legendären Verfilmung von Fritz Lang bilden die Grundlage für die Radiobearbeitung, die der Autor und Filmexperte Michael Farin für den Bayerischen Rundfunk schrieb.

Zum Inhalt: Während in der lichtlosen Unterstadt die Arbeiter wie Sklaven hausen, lebt die Gesellschaft der Oberstadt in einer Welt des Luxus. Herr über Menschen und Maschinen ist Fredersen, das “Hirn von Metropolis”. Seine Gegenspielerin ist Maria, “die Heilige der Unterdrückten”. Freder, der blonde Sohn des Herrschers, verliebt sich in sie und folgt ihr in die Katakomben. Sein Vater bittet den Magier Rotwang, eine “falsche Maria” zu erschaffen, einen künstlichen Menschen, der Maria aufs Haar gleicht. Die Doppelgängerin wiegelt die Massen auf. Mit der Zerstörung der Maschinen droht der Untergang.

Hördat schrieb dazu folgendes: Harbou stellte ihrem Roman ein Motto voran: “Dieses Buch ist kein Gegenwartsbild. Dieses Buch ist kein Zukunftsbild. [...] Dieses Buch dient keiner Tendenz, keiner Klasse, keiner Partei. Dieses Buch ist ein Geschehen, das sich um eine Erkenntnis rankt: Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein.” Der letzte Satz wird im Film von der weiblichen Hauptfigur Maria wiederholt. Harbous Aussagen riefen immer wieder starken Protest hervor. 1946 schrieb Siegfried Kracauer in seinem Standardwerk ‘Von Caligari zu Hitler’: “Auf Freders Vorschlag hin reichen sich sein Vater und der Vorarbeiter die Hand, und Maria gibt dieser symbolischen Allianz von Arbeit und Kapital ihren Segen. [...] Tatsächlich könnte Marias Forderung, dass das Herz zwischen Hand und Hirn vermitteln muss, auch von Goebbels stammen.”

 

 

Mein Fazit


Der Stummfilm als a href=”http://www.hoerbuch-blog.com>Hörspiel, kann das gut gehen? Die Antwort lautet: Ja, aber. Die Bilder aus Fritz Langs Meisterwerk werden in Form von experimentellen Sounds nachgestellt. Das wirkt avantgardistisch, der Moderne angemessen, bewegt sich aber auch auf einem schmalen Grad zu einem lärmenden Klangteppich. Ein Ersatz für den Film kann das Hörspiel sowieso nicht darstellen. Daher mein Tipp, Film anschauen und dann das Hörspiel anhören.

Viel Spaß beim Nachhören!

 

Dieses Hörbuch bei Facebook empfehlen<

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 3

Spieldauer: ca. 63min.

CDs: 1

Verlag: Random House Audio

Erschienen: 2002

Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag Deine Meinung

 

Unsere Hörbuch-Empfehlungen: