Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier

Montag, 25. April 2011

Ein Mann lässt sein Leben hinter sich und setzt sich in den Zug nach Lissabon. Im Gepäck: das Buch des Portugiesen Amade de Prado, dessen Reflexionen den Lateinlehrer Raimund Gregorius nicht mehr loslassen. Es beginnt eine rastlose Suche kreuz und quer durch Lissabon – nach einem anderen Leben und nach einem ungewöhnlichen Arzt und Poeten, der gegen die Faschisten kämpfte.
 

 
 

Eine Reise zum Mittelpunkt des Lebens


Raimund Gregorius, von seinen Schülern liebevoll „Mundus“ genannt, Lateinlehrer und Genie der alten Sprachen an einem Schweizer Gymnasium, ist aus dem Tritt geraten. Erst begegnet er einer rätselhaften Portugiesin, die ihm eine Telefonnummer auf die Stirn kritzelt. Dann entdeckt er in einem Antiquariat die Schriften des portusisieschen Arztes und Poeten Amadeu de Prado, die ihn mitten ins Herz treffen. Gregorius besteigt den »Nachtzug nach Lissabon« und versucht, mehr über das Leben de Prados herauszufinden. Der Arzt und Widerstandskämpfer gegen Salazar ist schon etliche Jahre tot, doch Gregorius trifft auf Prados Schwester Adriana, auf Mariana Eca, die Nichte des Widerstandskämpfers Joao Eca, und auf Estefania Espinhosa, die Geliebte seines besten Freundes Jorge O’Kelly. Gregorius’ Reise führt immer tiefer in die Leidens- und Gedankenwelt de Prados.

 

Mein Fazit


»Nachtzug nach Lissabon« ist nicht nur eine Geschichte von einem, der auszieht um sein alltägliches Leben hinter sich zu lassen. Es geht um Junggesellen-Einsamkeit, um männliche Gefühlsschwermut und um das Gefühl, sein Leben verpasst zu haben. Für den Protagonisten ist es eine Reise zu sich selbst und für die Leser/Hörer eine tiefer gehende Konfrontation mit dem eigenen Sein.

Der Autor, Pascal Mercier ( oder als Philooph: Peter Bieri), setzt in seinen Werken gezielt auf detaillierte Innenansichten. Neben dem fachlichen Wissen zählt für ihn vor allem die emotionale Bildung, das mitfühlen und miterleben, als Schlüssel zur Ausdifferenzierung des seelischen Lebens. Beides vereint er perfekt in seiner Hauptfigur Gregorius.

Für die Hörspielumsetzung arrangiert der Hörverlag eine vielstimmige Hörspielwelt mit Sprechern wie Boris Aljinovic, Peter Fricke, Carmen-Maja Antoni, Felix von Manteuffel und Peter Weis. Die Schwermütigkeit der Thematik des Romans spiegelt sich in der wenig abwechslungsreichen Hintergrundmusik aus Gitarre und Cello des Hörspiels wieder. Das trägt zwar zur depressiven, dem Inhalt angemessenen, Grundstimmung bei, wird aber nicht jedermanns Sache sein.

Viel Spaß beim Nachhören!

 

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 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 3

Spieldauer: ca. 166min. (gekürzte Lesung)

CDs: 2

Verlag: der Hörverlag

Erschienen: 2009

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