Plan D von Simon Urban

Sonntag, 4. Dezember 2011

Plan D von Simon Urban

Plan D von Simon Urban

Abgehört! Das neue Hörbuch von Simon Urban »Plan D« über ein fiktives Ost-Berlin 2011: Die Wiedervereinigung hat es nie gegeben, Egon Krenz ist seit 21 Jahren an der Macht und die DDR nahezu pleite. Kurz vor wichtigen Wirtschafts-Konsultationen mit der BRD wird Hauptmann Martin Wegener und seinem West Berliner Kollegen Richard Brendel ein brisanter Fall übertragen: Ein ehemaliger Berater von Egon Krenz wurde umgebracht – allem Anschein nach von der Stasi…
 

 
 
 

Plan D – Ein Politthriller über die Frage: Was wäre, wenn es die Wiedervereinigung nie gegeben hätte?


Ost-Berlin 2011: Die Wiedervereinigung hat es nie gegeben, Egon Krenz ist seit 21 Jahren an der Macht und die DDR nahezu pleite. Das Land gleicht einem Gefängnis. Die Hauptstadt: ein maroder Moloch, verpestet und verdreckt von Millionen Ölmotoren des Trabant-Nachfolgers Phobos. Trotzdem fliehen immer mehr Westdeutsche in die DDR – desillusioniert vom Kapitalismus haben sie nach der Wirtschaftskrise Oskar Lafontaine zum Bundeskanzler gewählt und suchen jezt ihr Heil im real existierenden Sozialismus.

Doch der Sozialismus ist am Ende. Die letzte Chance für die DDR: Wirtschaftsverhandlungen mit der BRD. Doch dann wird ein ehemaliger Berater von Krenz ermordet aufgefunden – und alles weist darauf hin, dass die Täter aus den Reihen der Stasi kommen. Als auch noch der SPIEGEL über diesen Fall berichtet, ist klar: Wird die Unschuld der Stasi nicht bewiesen, ist die DDR endgültig erledigt. Im grauen, zerfallenden Ostberlin suchen Martin Wegener von der Volkspolizei und sein westdeutscher Kollege Richard Brendel nach den Mördern – und finden heraus, warum die Entwicklung der DDR so katastrophal verlaufen musste.

 

 

Die Akte Simon Urban: IM Plan D



phobos2

Eigentlich sollte in dieser Rezension ja das Hörbuch des Genossen Urban im Mittelpunkt stehen. Aber ich komme nicht herum auf den äußerst humoristisch gelungenen Webauftritt zum Roman »Plan D« hinzuweisen. Dort findet man nicht nur Hintergrundinformationen zum Autor, sondern kann sich noch einmal ganz in Ruhe die Entwicklungen des sozialistischen Erbes anschauen. Ach ja, und wer sich in Ostalgie der fiktionalen Art suhlen möchte, der findet unter dem Stichwort “Geruchsproben” ein paar nette erfundene Werbeplakate, wie es sie heute geben könnte. Siehe rechts, der Trabbi-Nachfolger, genannt Phobos :)

 

Mein Fazit


Simon Urban ist mit »Plan D« auf jeden Fall ein sehr kurzweiliges Romandebut gelungen. Die Idee der “Was wäre wenn-Frage” ist genial. Urbans Antwort darauf niederschmetternd. “Wiederbelebung” statt “Wiedervereinigung”. Phobos statt S-KLasse. Lafontaine statt Merkel. An Einfallsreichtum und Humor mangelt es diesem Roman nicht. Das ist die große Stärke von »Plan D«. Wer hat sich auch schon einmal Gedanke darüber gemacht, ob Otto Schilly im Fall der Nicht-Wiedervereinigung in den Osten migriert wäre oder ob das iPhone des Ostens “Minsk” heißen könnte? Wohl Niemand außer Simon Urban. Einzig an der kriminalistischen Raffinesse liese sich hier noch pfeilen. Ein echter “Schocker” ist der Mordfall jedenfalls nicht. Dafür sind die Personen um so interessanter: sei es Martin Wegener oder der “Westbulle” Brendel.

Das Hörbuch wird von dem Berliner Schauspieler Götz Schubert gelesen. Nicht zuletzt wegen seiner ostdeutschen Sprachfärbung eine gelungene Wahl. Als Beilage gibt es ein kurzes aber informatives Booklet und dazu eine ansprechende Website, insgesamt ist »Plan D« eine Empfehlung wert!

Viel Spaß beim Nachhören!

 

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 2

Spieldauer: ca. 422min. (gekürzte Lesung)

CDs: 6

Verlag: Random House Audio

Erschienen: 2011

Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag Deine Meinung

 

Unsere Hörbuch-Empfehlungen: