Plötzlich Shakespeare von David Safier | Hörbuch Blog: die besten Hörbucher und Hörspiele

Plötzlich Shakespeare von David Safier

Samstag, 10. April 2010

Plötzlich Shakespeare von David Safier

Plötzlich Shakespeare von David Safier

Und plötzlich bin ich genervt. Plötzlich Shakespeare war meine erste Begegnung mit dem Autor David Safier… und es wird meine Letzte bleiben. Das Problem sind hier nicht etwa die Sprecher: Anneke Kim Saranau und Christoph Maria Herbst holen aus dem Stück raus, was rauszuholen ist. Mir gefiel ganz einfach die Story nicht. Wieder ein Hörbuch, bei dem ich das Gefühl habe in einer nervtötenden Comedy-Serie gelandet zu sein.

 

 

Alle lesen momentan David Safier


Seit Wochen umgeben mich in der S-Bahn Menschen mit gelben Büchern, welche Titel tragen wie Mieses Karma oder Jesus liebt mich. Der Autor dieser Romane: ein gewisser David Safier. Hmm, nie gehört. Als ich dann vor kurzem beim Zusammenstellen der Neuerscheinungen für April 2010 über den Titel Plötzlich Shakespeare u.a. gelesen von Christoph Maria Herbst stolperte, konnte ich meine Neugier nicht mehr zurückhalten. Ich musste doch mal wissen, was an diesem Safier-Kult dran ist.

 

 

Plötzlich Shakespeare von David Safier – Der Inhalt


Rosa ist mit ihrem Leben unzufrieden. Der Job als Grundschullehrerin ist nicht das was sie sich vorgestellt hat, eigentlich wollte sie immer Musicals schreiben, und was viel schlimmer ist, ihre große Liebe Jan liebt eine andere. Hilfe sucht die Verzweifelte bei einem Zirkushypnotiseur, der ihr verspricht, Rosa wird mit seiner Hilfe erkennen, was wahre Liebe ist und ihr Glück finden.

Die liebeskranke Rosa wird also hypnotisiert und in ein früheres Leben versetzt, in den Körper eines Mannes, der sich gerade duelliert. Der Mann lebt im Jahr 1594 und heißt William Shakespeare. Von nun an müssen sich Rosa und William einen Körper teilen, bis Rosa herausfindet, was die wahre Liebe ist. In der Vergangenheit trifft Rosa auch ihre alte Liebe, Jan, in der Person eines Adeligen am Hofe der Queen wieder. Diesem soll Rosa (also eigentlich Shakespeare) mithilfe ihrer/seiner Poesie helfen, seine große Liebe zu erobern.



 

David Safier: Der Nächste, der uns mit Sitcom im Buchformat quält


David Safier mag zu den erfolgreichsten deutsprachigen Autoren der letzten Jahre gehören, und seine Serienerfolge wie u.a. Berlin, Berlin sind unumstritten, und toll anzuschauen. Aber als Roman hätte ich das ganze nicht noch einmal gebraucht. Die Dialoge sind mir einfach zu flach und der Plot ist nicht wirklich neu. Eine Frau im Körper eines Mannes, die mit den Widrigkeiten des Wasserlassens kämpft (Switch – Die Frau im Manne) und ein hurender Shakespeare, der sich von einem Schlamassel in den nächsten manövriert (Shakespear in Love)… man kann sagen, ich hatte während des Hörens den einen oder anderen Déjà-vu.

Und dann natürlich die homoerotische Wendung, wenn sich Rosa (in der Gestalt von Shakespeare) in den Earl of Sowieso verliebt und Shakespeare, der Machismo-Mann par excellence, dass alles mitanschauen/miterleben muss. Das wirkt herlich verklemmt für unsere Zeit, aber wird sicherlich bei den entsprechenden Fernsehfilmadaptionen für neckische gekicher auf den Sofas der Pro Sieben Zuschauerinnen sorgen.

Ich habe Alpträume von einem als Frau verkleideten Peter Alexander, dem ein ratten scharfer Georg Thomalla in Priesterrobe nachstellt bis schließlich Theo Lingen mahnend eingreift und Peter sich doch noch unheilbar in Uschi Glas verliebt. So oder so ähnlich bald auf Ihrem Bildschirm… nur mit anderen Darstellern natürlich.

 

 

Die Sprecher sind das beste an dieser Hörbuchversion


Anneke Kim Sarnau, die den Part der Hauptakteurin Rosa spricht und Christoph Maria Herbst, der Shakespeare seine Stimme leiht, spielen nicht nur solide, ja sogar richtig gut, so dass man trotz der blödsinnigen Story sich hier und dort ein ehrlich gemeintes schmunzeln nicht verkneifen kann. Letztlich ist mir die Story aber zu fad, und wer wirklich auf diese Art Beziehungskomödien steht, der kann doch besser auf die sicherlich bald geplanten Fernsehadaptionen warten.

  • Apr 13th, 2010 at 11:26 | #1

    Ich danke herzlich für diese Rezension. Ich habe Mieses Karma gelesen und fand es eigentlich ganz nett, aber nicht überragend. Jesus liebt mich wollte ich mir bei Gelegenheit auch zu Gemüte führen – nur mit dem Shakespeare, da habe ich meine Zweifel, denn ich liebe Shakespeare, und daher ist die Enttäuschung wohl vorprogrammiert, falls Safier aus ihm etwas machen sollte, das mit nicht wirklich zusagt.

  • Apr 14th, 2010 at 20:13 | #2

    Ja leider, ich hatte mir eigenltich einiges von “Plötzlich Shakespeare” versprochen. Es gibt zwar immer wieder Anspielungen auf Shakespears Stücke, aber das bleibt mir insgesamt zu seicht und trifft auch nicht meinen Humor.

    Ich mag ja Sitcom als Roman (oder als Hörbuch) “mal” ganz gerne – besonders die Argon Hörbücher von Tommy Jaud haben es mir angetan – Safiers Shakespeare hat meinen Geschmack verfehlt.

  • Simone
    Apr 28th, 2010 at 13:40 | #3

    Hörbücher sind so eine Sache, man bekommt den Text vorgelesen und erkundet ihn nicht mit den eigenen Augen, das macht ein Unterschied und die Verurteilung ist da viel schneller gegeben. Ich finde Safier ist Geschmackssache ( so wie alle anderen Bücher auch) und mir gefallen viele nicht die anderer Loben. Am besten das Buch in die Hand nehmen und lesen und sich nicht von Schauspielern eine “Rolle” vor spielen ( lesen) lassen.

    Mir gefällt Safier, er schreibt Kopf Kino.

  • Alina
    Aug 11th, 2012 at 22:17 | #4

    Das Hörbuch ist so toll habe es noch nicht ganz durch aber es ist so wahnsinnig!! Ich liebe es! Ich würde gar nicht mehr auf hören zu hören weil das hören auch so viel SPAß macht! Ein super Buch und eine super Hörbuch!!

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