Rheinsberg von Kurt Tucholsky

Samstag, 18. Februar 2012

Rheinsberg von Kurt-Tucholsky

Rheinsberg

Auch wenn Valentinstag bereits vorbei ist: Kurt Tucholskys »Rheinsberg – Ein Bilderbuch für Verliebte« ist immer eine Empfehlung wert. Der Audio Verlag bringt dieser Tage eine neue Auflage der legendäre Aufnahme (aus dem Jahr 2001) mit Kurt Böwe und Ulrike Krumbiegel in den Hauptrollen auf den Markt. Tucholskys kurze Erzählung über verbotenes Liebesglück im idyllischen Brandenburg schlug 1912 große Wellen.
 

 
 
 

Rheinsberg – Ein Hörbuch für Verliebte


Claire und Wolfgang (genannt Wölfchen), verliebt bis über beide Ohren, stehlen sich für drei Tage aus ihrem monotonen Berliner Alltag. Mit dem Zug geht es ins ländliche Städtchen Rheinsberg. Hier genießen sie übermütig und ausgelassen “leuchtende Tage”. Immer wieder erfinden sie sich neu mal als Bruder und Schwester, mal als Ehepaar. Ihr verrücktes Geplauder ist ein intelligentes, erotisches Spiel um Glück, Erfüllung und Sehnsucht. Da die Reise eines unverheirateten Paares zu dieser Zeit als unziemlich galt, löste Tucholskys anrührender Liebesroman bei Erscheinen eine erotische Revolution aus.

 

 

Mein Fazit


»Rheinsberg – Ein Bilderbuch für Verliebte«, für mich eine der besten Veröffentlichungen Kurt Tucholskys. In einer losen Folge impressionistischer Momentaufnahmen erzählt der Autor von einer unziemlichen Liebesreise. Der Beinamen “Bilderbuch” ist nicht zuletzt aufgrund der Landschaftsbeschreibungen berechtigt (einen kleinen Eindruck von der Schönheit Rheinsbergs erhält man in dem kurzen Video über das Schloss Rheinsberg, in welchem Friegrich der Große residierte und das auch Claire und Wölfchen besichtigen). Die Erzählung ist überwiegend in Dialogform aufgebaut. Hervorzuheben ist Tucholskys ironischer, spielerischer Umgang mit der deutschen Sprache. Am deutlichsten ausgeprägt in der Rolle der Claire und ihre infantile Fantasiesprache. Als Beispiel eine Szene in einem Restaurant, in der Claire ihre Suppe unvornehm schlürft und damit den Zorn der anderen Gäste auf sich zieht:


„Wölfchen, esst man Suppen mitm Messer? (…) Wölfchen, die meint mir. Konntest ihr nicht gefordert gehabts habt? Ich bin doch ne feine, nicht wahr? Oder glaubste, ich bin ne Prostitierte?”


Das Hörspiel steht und fällt mit Ulrike Krumbiegel, die die Rolle der Claire sensationell ausfüllt. Kurt Tucholskys »Rheinsberg – Ein Hörbuch für Verliebte«, ein unbedingter Hörtipp!

Viel Spaß beim Nachhören!

 

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 1

Spieldauer: ca. 57min. (ungekürzte Hörspielfassung)

CDs: 1

Verlag: DAV

Erschienen: 2012

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