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Rummelplatz von Werner Bräunig

Montag, 5. September 2011

Werner Bräunig: Rummelplatz

Werner Bräunig: Rummelplatz

Das Hörbuch »Rummelplatz« von Werner Bräunig erzählt über die Anfangsphase von Ost- und West-Deutschland. 1949 – in der “Wismut”, dem riesigen Abbaubetrieb für Uran im Erzgebirge, treffen sie aufeinander, Kriegsheimkehrer, Glücksritter und Idealisten, deutsche Bergleute und sowjetische Grubenleitung. Werner Bräunig hat in seinem Roman ein so ungeschminktes Bild der frühen DDR-Jahre gezeichnet, dass er in Ungnade fiel und die Veröffentlichung unmöglich wurde.
 

 
 
 

Rummelplatz – oder der eiserne Vorhang


Anfang der 50er Jahre in der Wismut-AG, dem großen Uranbergbau-Betrieb im Erzgebirge. Schlimmer als die Ruinen sind kurz nach Kriegsende die Entwurzelung und der desolate Zustand der Menschen. Hier treffen sie aufeinander, die Heimkehrer und Glücksritter, deutsche Bergleute und sowjetische Schachtleitung. Dieser Staat im Staate spiegelt die Situation in der einen deutschen Republik, den verbissenen Aufbauwillen ebenso wie sich abzeichnende Fehlentwicklungen, die am 17. Juni 1953 kulminieren. Werner Bräunig schlägt in seinem Roman den Bogen vom Erzgebirge bis zum Rhein.

Der Roman begleitet einen Professorensohn, der sich wegen seiner “bürgerlichen” Herkunft “in der Produktion bewähren” muss, bevor er das gewünschte Studium beginnen darf, durch die Anfangsjahre der soeben gegründeten DDR. Bei der Wismut begegnet er den beiden anderen Protagonisten: einem jungen Arbeiter (der zu Teilen dem Autor nachempfunden ist) sowie einem fünfzigjährigen Parteisekretär, der klassenbewusst den positiven Helden verkörpert. Bräunig benennt detailliert die Schwierigkeiten beim Aufbau der neuen Gesellschaftsordnung, deren Defizite und Fehlentwicklungen er nicht verschweigt, auch Partei-Dogmatiker und -bürokraten werden als “Kleinbürger im Namen des Proletariats” beim Namen genannt.

 

Mein Fazit


Anfangend bei der sowjetischen Besetzung, beschreibt Bräunig die Geschichte durch Protagonisten der Arbeiter bei der Wismut im Erzgebirge und der anliegenden Papierfabrik in anschaulichen Darstellungen und Charakterstudien. Die Handlung führt bis zum Arbeiteraufstand im Juni 1953. Ein interessanter Blick hinter den eisernen Vorhang und in das Leben und Leiden der Deutschen in den Nachkriegsjahre.

Jörg Gudzuhn trifft genau den Ton, den dieses Buch benötigt, allerdings wird seine dialekt gefärbte Stimme nicht jedermanns Sache sein. Die Hörbuchversion ist außerdem stark gekürzt, weshalb ein Blick ins Buch unumgänglich ist.

Viel Spaß beim Nachhören!

 

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 3

Spieldauer: ca. 440min. (gekürzte Fassung)

CDs: 6

Verlag: Der Audio Verlag

Erschienen: 2007

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