Schuld von Ferdinand von Schirach

Samstag, 18. September 2010

Schuld von Ferdinand von Schirach

Schuld von Ferdinand von Schirach

Die neuen Geschichten von Ferdinand von Schirach stellen die Frage nach »Schuld« und Unschuld. In seinem Beruf hat es der Strafverteidiger alltäglich mit Menschen zu tun, die Extremes getan haben. Wann ist ein Mensch schuldig? Welche Formen der Schuld gibt es? Und auf welche Art und Weise macht sich ein Verteidiger selber schuldig, wenn er einen Straftäter vertritt? Der spannende Erzählband als Hörbuch wird vorgelesen von Burghart Klaußner.
 
 

 

Ferdinand von Schirach über Schuld


Ferdinand von Schirach arbeitet seit 16 Jahren als Strafverteidiger. Zu seiner Klientel zählen neben dem kleinen Mann von der Straße, Prominente, Industrielle und Berufsverbrecher. Mit dem Erzählband »Schuld« legte er vor kurzem sein zweites Buch mit Geschichten aus seinem beruflichen Alltag vor. Darin stellt von Schirach immer aufs Neue die Frage nach Gut und Böse, Schuld und Unschuld und nach der moralischen Verantwortung eines jeden Einzelnen von uns.

Das Spektrum seiner Geschichten reicht von alltäglich bis außergewöhnlich. Die Schuldfrage steht dabei immer Mittelpunkt und die Frage nach Gerechtigkeit. Kann eine Frau, die von ihrem brutalen Ehemann über Jahre gefoltert und vergewaltigt wird, verurteilt werden, wenn diese ihren Mann im Schlaf tötet?

Nicht immer sind Fälle so eindeutig, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Und nicht immer wird ein Schuldiger seiner gerechten Strafe übergeben. Ein Mann in Schirachs Geschichten bekommt zum Beispiel zu Weihnachten statt Gefängnis neue Zähne. Ein Junge wird im Namen der Illuminaten fast zu Tode gefoltert und trägt doch selber die Schuld dafür? Neun Biedermänner einer Blaskapelle zerstören das Leben eines Mädchens, indem sie sie auf einem Volksfest brutal vergewaltigen und fast zu Tode prügeln, doch keiner von ihnen muss dafür büßen.

 

 

Mein Fazit


Auch Schirachs neues Buch hat nichts von der Intensität und der Eindringlichkeit des Vorgängerwerkes eingebüßt. Sein einfacher Schreibstil ist eine Wohltat, die Aneinanderreihung knapper Hauptsätzen, kommt ohne Pomp daher. Seine Botschaften sind klar und auf den Punkt genau formuliert. Burghart Klaußner liest das Hörbuch ruhig und distanziert, so dass man den Geschichten jederzeit folgen kann. Für bleibt Schirach ein großer Erzähler, so dass es fast schon zweitrangig ist, wieviel Prozent seiner Geschichten letztendlich wirklich genauso passiert sind.

Viel Spaß beim Nachhören!

 

Dieses Hörbuch bei Facebook empfehlen

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch Downloads bei Libri.de


Spieldauer: ca. 216min. (ungekürzte Lesung)

CDs: 3

Verlag: Osterwoldaudio

Erschienen: 2010

Noch keine Kommentare vorhanden.

Sag Deine Meinung

 

Unsere Hörbuch-Empfehlungen: