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Solaris von Stanislaw Lem

Mittwoch, 17. März 2010

Solaris von Stanislaw Lem

Solaris von Stanislaw Lem

Solaris von Stanislaw Lem ist ein Klassiker unter den Science-Fiction-Romanen. Lem setzt sich in Solaris mit den physikalischen-, psychologischen- und kognitiven Grenzen der Spezies Mensch auseinander. Mit dem wissenschaftlichen Auftrag die rätselhaften Aussetzer der Forschungsgruppe auf dem Lichtjahre entfernten Planeten Solaris zu behandeln, bricht Psychologe Kris Kelvin in eine fremde Welt auf und wird dabei mit seinem eigenen, tiefst verborgenen Innersten konfrontiert. Diesem Hörspiel des Audio Verlags gelingt es, die mystische Atmosphäre des pulsierenden Planeten Solaris einzufangen ohne dabei den psychologischen Charakter der Romanvorlage unkenntlich zu machen.
 

Solaris von Stanislaw Lem: Der Inhalt


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Psychologe und Solarist Kris Kelvin trifft nach achtzehnmonatiger Reise in der Forschungsstation auf dem Planeten Solaris ein. Vor Ort findet er eine Besatzung in desolatem Zustand vor. Es geschehen merkwürdige Dinge auf der Station. So scheint jeder Forscher von einer Person aus seiner Vergangenheit heimgesucht zu werden. Ursache dafür scheint der Plantet Solaris zu sein. Fast vollständig von einem pulsierendem Ozean umgeben, scheint dieser, geradezu ein selbstständig denkendes Wesen zu sein. Der Ozean hat begonnen, aus schuldbeladenen Erinnerungsspuren im Unbewussten der anwesenden Menschen die Schuldobjekte zu rekonstruieren und als „Gäste“ in die Station zu schleusen.

 

 

Protagonist Kelvin wird regelmäßig mit seiner Jugendliebe Harey konfrontiert, die 20 Jahre zuvor aus Liebeskummer Selbstmord begangen hat. Als seine Kollegen auf dem Planeten mit Strahlung experimentieren, hören die Besuche plötzlich auf und für Psychologe Kris Kelvin beginnen seelische Qualen…

„(…) Ich wusste nichts, ich hegte nur den unerschütterlichen Glauben, dass die Zeit der grausamen Wunder noch nicht vorbei war.“


Zentraler Gegenstand von Solaris ist die Konfrontation des Menschen mit einer nicht humanoiden Intelligenz, dem Ozean. In jahrzehntelanger Forschung ist es der Menschheit nicht gelungen den magischen Geheimnissen von Solaris auf die Spur zu kommen. Solaris stellt gleichermaßen ein Symbol für die Begrenztheit des Menschen dar. Das „Beherrschen wollen“ der sich im Mittelpunkt der Welt wähnenden Spezies Mensch erschöpft sich an sich selbst. Die Sehnsucht nach Transzendenz und der Glaube an einen tieferen Sinn der Dinge vereinen sich alle in Lems metaphysischen Ozean des Planeten Solaris.

 

 

Zu dieser Hörspielversion von Solaris


Die Inszenierung des Hörspiels ist hervorragend gelungen. Die Hintergrundgeräusche und die Musik tragen über weite Strecken zu einer bedrohenden, mystischen Kulisse bei. An einigen Stellen wirken die musikalischen Interludien jedoch etwas deplatziert, leider nicht so gelungen wie in der aktuellsten Verfilmung aus dem Jahr 2002. Das der gedruckte Text im Hörspiel genügend zu Geltung kommt, dafür sorgen die außerordentlich guten Sprecher.

Für das 2007 im Audio Verlag erschienende, vom MDR inszenierte Hörspiel sprachen unter anderem Peter Hallwachs, Maria Simon, Lena Stolze und Bernhard Schütz. Wobei mir persönlich besonders gut Bernhard Schütz als Snaut gefallen hat, der teilweise an Jeremy Davies Darbietung aus der besagten Soderbergh-Verfilmung.


Viel Spaß beim Nachhören!

 

Spieldauer: 125 Min.  CDs: 2


Die Musik aus dem Film von 2002 gefällt mir wie gesagt sehr gut. Wer mystischen Ambient mag sollte unbedingt in den Solaris Soundtrack von Cliff Martinez reinhören. Hier ein kleiner Vorgeschmack.
 

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