Tiere essen von Jonathan Safran Foer

Montag, 18. Februar 2013

Tiere essen

Tiere essen?

Zuviel von allem, egal was, ist ungesund. Das wußten schon unsere Großeltern. Zuviel Fleisch essen natürlich auch. Gar kein Fleisch essen, das predigt der US-Autor Jonathan Safran Foer in seinem Essay Tiere essen eindringlich, glaubhaft und plakativ. Aber ist das auch die Lösung für unsere anderen Probleme? Und kann die Vernunft einiger weniger wirklich etwas in der Welt verändern? Foer regt immerhin zum Nachdenken an.
 

 
 
 
 

Warum wir weniger Tiere essen sollten…


Das sagt jedenfalls der Klappentext über dieses Hörbuch: Wie viele junge Menschen schwankte Bestsellerautor Jonathan Safran Foer lange zwischen Fleischgenuss und Vegetarismus hin und her. Als er Vater wurde und er und seine Frau überlegten, wie sie ihr Kind ernähren würden, bekamen seine Fragen eine neue Dringlichkeit: Warum essen wir Tiere? Würden wir sie auch essen, wenn wir wüssten, wo sie herkommen?

“Tiere essen” ist ein leidenschaftliches Hörbuch über die Frage, was wir essen und warum. Der hoch gelobte amerikanische Romancier und Bestsellerautor Jonathan Safran Foer hat ein aufrüttelndes Buch über Fleischkonsum und dessen Folgen geschrieben, das weltweit Furore macht und bei uns mit Spannung erwartet wird. Foer stürzt sich mit Leib und Seele in sein Thema. Er recherchiert auf eigene Faust, bricht nachts in Tierfarmen ein, konsultiert einschlägige Studien und spricht mit zahlreichen Akteuren und Experten. Vor allem aber geht er der Frage auf den Grund, was Essen für den Menschen bedeutet.

Auch Foer kennt die trostspendende Kraft einer fleischhaltigen Lieblingsmahlzeit, die seit Generationen in einer Familie gekocht wird. In einer brillanten Synthese aus Philosophie, Literatur, Wissenschaft und eigenen Undercover-Reportagen bricht Foer in “Tiere essen” eine Lanze für eine bewusste Wahl. Er hinterfragt die Geschichten, die wir uns selbst erzählen, um unser Essverhalten zu rechtfertigen, und die dazu beitragen, dass wir der Wirklichkeit der Massentierhaltung und deren Konsequenzen nicht ins Auge sehen.

 

 

Mein Fazit


Das Problem mit diesem Buch ist, das jeder, aber auch wirklich jeder halbwegs gebildete Mensch Jonathan Safran Foer zustimmen muss. Weniger Fleisch essen; der Gesundheit zuliebe. Das leuchtet ein.

Der Autor macht in seinem Essay (Versuch) eindringlich und äußerst plakativ auf die Probleme konventionelle Massenstierhaltung aufmerksam. Leider beißt er sich an diesem Brocken fest und geht nicht über einem Versuch hinaus. Ein Problem isoliert zu betrachten hatte noch nie Erfolg. Die wirklich spannenden Fragen, was den die Lösung für eine wachsende Erdbevölkerung und deren Hunger darstellen könnte, lässt Foer ungeachtet auf dem Teller zurück. Ist Fleischverzicht die einzige Maßnahme? Wo sollen denn künftig für 10 Milliarden Menschen ausreichend Rohstoffe herkommen? Vom Mond? Und sind andere Kulturen auch bereit ihre Gewohnheiten zu ändern? Oder könnte es sein, das ganze Kontinente jetzt auch erst einmal ihren neu erlangten Wohlstand, den wir (USA und Europa) die letzten Jahre so chauvinistisch ausgelebt haben, genießen möchten?

Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt (ich habe das Original nicht gelesen) oder am Vortrag von Sprecher Ralph Caspers, das Hörbuch ist nach viereinhalb Stunden des Schlachtens irgendwie schwer zu verdauen. Und wenn das Schlachten vorbei ist bleibt ein Hörbuch, das nicht Fisch und nicht Fleisch ist. Mal zu rigoros radikal; mal unsicher, harmoniesüchtig. Seine -nennen wir es einmal euphemistisch- “Kampfschrift”, bleibt ohne Biss (ich konnte mir diese Wortspiele nicht verkneifen… sorry). Förmlich möchte der Hörer dem Autor zurufen: “Jetzt geh mal auf die Barrikaden, Junge! Trau Dich!” Aber das passt letzlich irgendwie zu unserer Generation.

Es ist nie verkehrt über seine eigenen Gewohnheiten nachzudenken. Dieses Buch regt dazu an. Immerhin.

Viel Spaß beim Nachhören!

 

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 3

Spieldauer: ca. 268min. (ungekürzte Lesung)

CDs: 4

Verlag: Random House Audio

Erschienen: 2010

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