Träume von Günter Eich

Samstag, 9. April 2011

Träume von Günter Eich

Träume von Günter Eich

Ein Hörspiel – zwei Fassungen: Günter Eichs düstere »Träume« erhitzte 1951 die Gemüter mit Themen wie Kannibalismus, Kinderschlechterei und Todesängsten. Die Neufassung aus dem Jahr 2007 interpretiert Eichs Träume neu und versucht die Stimmungen, die das Hörspiel vor über 50 Jahren auslöste einzufangen. Ein Hörspielpaket in dessen Mittelpunkt fünf Alpträume stehen, die sicherlich durch die Zeit Günter Eichs geprägt sind (Nachkriegszeit), aber auch heute zum Nachdenken anregen.
 

 
 

Ein Hörspiel – zwei Fassungen


Günter Eichs düstere »Träume« erzählen von Menschen, die bereits unendlich Zug fahren. Eltern, die ihr Kind verkaufen. Eine Familie, die von ihren Mitmenschen vertrieben wird. Urwaldforscher, die vom Fluch des Vergessens erfasst, und Leute, die von Termiten bedroht werden. Träume, die das wahre Ich der Menschen udn ihre tiefsten Ängste darstellen.

Die Hörspielfassung von 1951 unter der Regie von Fritz Schröder-Jahn und Schauspielern wie Inge Meysel, Erich Schellow, Annegret Lerche, Eduard Marks u. v. a.schrieb Hörspielgeschichte (in seiner Resonanz nur vergleichbar mit H.G. Wells „Krieg der Welten“) .
 

 

Rezeption des Hörspiels im Jahre 1951


Als die »Träume« am 19. April 1951 urgesendet werden, ist die Hamburger Redaktion auf heftige Reaktionen eingestellt: Der Telefondienst des NWDR wurde verstärkt, eingehende Beschwerdeanrufe sollen aufgezeichnet werden. Und erwartet heftig fielen die Reaktionen der Hörer dann auch aus. Besonders der zweite Traum über Kannibalismus und Kleinkinderschlächterei erweckte große Proteste beim Publikum.

Empört reagierte auch die Presse, nahezu einstimmig negativ fielen die Kritiken aus. Günter Eich hingegen fühlte sich bestätigt, wollte er sich doch als ein Schriftsteller verstanden wissen, der Explosivstoff und nicht Schlafpulver erstellt.

 

Neufassung aus 2007


Die ablehnenden Reaktinen der Urfassung waren Auslöser vieler gekürzter Neuinszenierungen des Stoffes. Die letzte vollständige Neuauflage wurde 2007 gleich unter einem ganzen Regiesseurenteam produziert. Alexander Schumacher, Simona Ryser, Beate Andres, Sven Stricker, Bernadette Sonnenbichler und Norbert Schaeffer inszenierten Eichs »Träume« mit bekannten Schauspielern, wie Barbara Auer, Lukas Ammann, Leslie Malton, Felix von Manteuffel u.v.a..

 

Mein Fazit


Günter Eichs »Träume« beschreiben Menschen und ihre verworrenen Todesängste. Diese Ausgabe aus dem Hörverlag ist eine interessante Gegenüberstellung zweier Fassungen des gleichen < a href=http://www.hoerbuch-blog.com>Hörspiels. Dabei fällt am meisten auf, das sich die beiden Versionen (sieht man einmal von dem Epilog der 2007 Inszenierung ab) in Intonation und Soundqualität kaum unterscheiden. Einzig die Soundkulisse (die in beiden Versionen dezent gehalten sind) wirkt in der Neuauflage professioneller (eben moderner).

Ein Hörspielpaket in dessen Mittelpunkt fünf Alpträume stehen, die sicherlich durch die Zeit Günter Eichs geprägt sind (Nachkriegszeit), aber auch heute zum Nachdenken anregen.

Viel Spaß beim Nachhören!

 

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 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 2

Spieldauer: ca. 210min. (ungekürzte Lesung)

CDs: 3

Verlag: Der Hörverlag

Erschienen: 2007

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