Überman von Tommy Jaud

Montag, 17. Dezember 2012

Überman von Tommy Jaud

Überman von Tommy Jaud

In Tommy Jauds neuestem Hörbuch kehrt Vollidiot und Millionär Simon Peters auf die Bühne zurück. Von seinem Finanzberater übers Ohr gehauen steht er kurz vor der Privatinsolvenz. Letzte Chance: “Überman”-Schlafrhythmus – sechs Mal am Tag für jeweils 20 Minuten schlafen und irgendwie die Kohle auftreiben. Dafür nimmt er Starkoch Jamie Oliver ins Visier.
 

 
 
 

Er ist zurück: Vollidiot Simon Peters alias Übermän


Spätestens seit es bei seinem griechischen Finanzberater keine leckeren Kekse mehr gab zu den Besprechungen, hätte er etwas ahnen müssen. Den letzten Keks gab es, als er einen rumänischen Waldfonds erwarb und gehebelte Discountzertifikate auf Magerschwein – das ist so eine Art verschärfte Wette darauf, dass der Preis für Magerschwein stabil bleibt, und das ist gar nichts Besonderes, weil das gibt es auch für Rinder und Baumwolle und fettes Schwein.

Immer wieder scherzten Kosmás Nikifóros Sarantakos und Simon über all die Teilzeit-Apokalyptiker, die sich aus Angst vor der Eurokrise zitternd Goldmünzen unter die Salamischeiben ihrer Tiefkühlpizzas steckten. Und dann kam der Tag, an dem Sarantakos Simon in nahezu arglistiger Beiläufigkeit offenbarte, dass sein Plan nicht wirklich aufgegangen sei. “Warum denn plötzlich mein Plan?”, hörte Simon sich noch fragen, aber erst in der Tiefgarage begriff er, was die minus 211,2 Prozent in seinem Portfolio-Report wirklich bedeuteten: Privatinsolvenz, Gosse und Drogensucht mit nachfolgendem Ausfall der Schneidezähne. Nicht mal das Studium seiner Freundin würde ich noch finanzieren können. Der einzige Ausweg lag darin, sich ebenso schnell wie klammheimlich wieder aus dieser unsäglichen griechischen Scheiße zu ziehen – er musste zum Überman werden!

 

 

Mein Fazit


Jauds Bücher haben es bei Kritikern von jeher schwer. Meiner Meinung nach oft zu unrecht. Besonders wenn Christoph Maria Herbst am Mikro der Hörbuchumsetzung saß, war bis jetzt immer Spaß garantiert. Doch dieses Mal stört irgendwas und das beginnt schon bei den langatmigen, redundanten Erzählungen. Die Geschichte braucht – ganz Jaud untypisch – lange bis sie in Fahrt kommt und kann trotz Simon Peters Sprüchesalven nur mäßig unterhalten.

Wie schon in Hummeldumm hat sich auch bei Überman der Autor selbst als Hörbuchsprecher versucht. Doch was bei Hummeldumm noch überraschend gut funktionierte, zerstört hier die Macht der Gewohnheit. Die Figur des Simon Peters ist für mich zu eng mit Herbst verbunden. Bekannte Figuren, sei es die Putzfrau oder Simons aufgedrehter Medienfreund verlieren ihren Charme. Wer noch ein lustiges Weihnachtsgeschenk sucht, dem Empfehle ich lieber Timur Vermes Hörbuch “Er ist wieder da”.

Viel Spaß beim Nachhören!

 

 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 4

Spieldauer: ca. 329min. (ungekürzte Lesung)

CDs: 5

Verlag: Argon Verlag

Erschienen: 2012

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