Volker Pispers: Im Dispo | Hörbuch Blog: die besten Hörbucher und Hörspiele

Volker Pispers: Im Dispo

Dienstag, 21. Juni 2011

Volker Pispers: Im Dispo

Volker Pispers: Im Dispo

Was ist eigentlich kapitalistische Misswirtschaft? Wenn 10% der Haushalte eines Staates (Deutschland wohl gemerkt) so hoch verschuldet sind, das man sie eigentlich zu Griechen ehrenhalber ernennen müsste. “Leben Sie jetzt, zahlen Sie später”, so die Losung der kapitalistischen Marktwirtschaft. Oder wie Volker Pispers sagt: “Im DisPo ist nur eine andere Umschreibung für: am Arsch.”
 

 
 
 

Volker Pispers über unser Leben auf Kredit


Es gab mal einen Werbeslogan, der lautete “Überziehen ist in”, und dabei ging es nicht um Kondome, sondern um Konten! Volker Pispers in seiner aktuellen Glosse über das Leben auf Pump und die Folgen.

 
 

 

Die Geschichte von der kleinen irischen Stadt


Ergänzend zu Herrn Pispers Ausführungen noch eine kleine Geschichte, die in den letzten Tagen öfters durch die Medien gegangen ist im Zusammenhang mit den europäischen Rettungspaketen |o| (Quelle: „Der Mittelstand. Unternehmermagazin des BVMW“, Ausgabe 2/2011, S.22)

Es ist ein trüber Tag in einer kleinen irischen Stadt. Es regnet und alle Straßen sind leer gefegt. Die Zeiten sind schlecht, jeder hat Schulden und alle leben von Krediten. An diesem speziellen Tag fährt ein reicher
deutscher Tourist durch die Stadt, hält bei einem kleinen Hotel und legt einen 100-Euro- Schein auf den Tresen an der Rezeption. Er sagt dem Eigentümer, dass er die Zimmer inspizieren möchte, um vielleicht eines für eine Übernachtung zu mieten.

Der Eigentümer gibt ihm einige Schlüssel und als der Besucher die Treppen hinauf gegangen
ist, nimmt der Hotelier den 100-Euro-Schein, rennt zum nächsten Haus und bezahlt seine
Schulden beim Schlachter.

Der Schlachter nimmt die 100 EUR, rennt die Straße runter und bezahlt den Schweinezüchter. Der Schweinezüchter nimmt die 100 EUR und bezahlt seine Rechnung beim Futtermittellieferanten. Der rennt mit dem 100-Euro-Schein sofort zur Kneipe und bezahlt seine Getränkerechnung. Der Kneipenwirt schiebt den Schein zu einer an der Theke sitzenden Prostituierten, die auch harte Zeiten hinter sich hat und dem Wirt
einige Gefälligkeiten auf Kredit gegeben hatte.

Die Prostituierte rennt zum Hotel und bezahlt die ausstehende Zimmerrechnung mit dem 100 Euro-Schein. Der Hotelier legt den Schein wieder zurück auf den Tresen, so dass der wohlhabende Reisende nichts bemerken würde. In diesem Moment kommt der Reisende die Treppe herunter, nimmt den 100-Euro-Schein und meint, dass dieZimmer ihm nicht gefallen. Er steckt denSchein ein und verlässt die Stadt.

Niemand produzierte etwas. Niemand verdiente etwas. Wie auch immer, ist nun die Stadt ohne
Schulden und man schaut mit großem Optimismus in die Zukunft.

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  • Jun 21st, 2011 at 16:23 | #1

    Die Geschichte der kleinen irischen Stadt ist spitze! :-)

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