Vorsicht vor Leuten von Ralf Husmann

Samstag, 27. November 2010

Vorsicht vor Leuten von Ralf Husmann

Vorsicht vor Leuten von Ralf Husmann

Das Hörbuch »Vorsicht vor Leuten« von Stromberg-Autor Ralf Husmann, gelesen von Christoph Maria Herbst hat mich ausnahmsweise mal nicht von den Socken gehauen. Husmanns Geschichte um einen notorischen Lügner funktioniert bestimmt ganz gut als Fernsehfilm, als Roman ist sie zu dünn. Selbst ein klasse Sprecher wie C.M. Herbst kann da wenig rausholen. Warum sich hier allerhöchstens die Downloadversion lohnt, könnt Ihr hier nachlesen.
 

 
 

Solange ein Mann sich noch eine Bratwurst macht, hat er nicht aufgegeben


Lorenz Brahmkamp hat ein Talent zum Lügen. Schon in der Schule hatten andere eine Begabung für Fremdsprachen, Mathe oder wenigstens Sport. Lorenz nur fürs Lügen. Bei seinem Chef ist er deswegen unten durch, und auch seine Frau Katrin hat ihn deswegen verlassen. Doch dann taucht ein Mann auf, der im Lügen sogar noch weitaus begabter ist als er, den Selfmade-Millionär Alexander Schönleben. Der Mann ist das genaue Gegenteil von Lorenz: erfolgreich, fit, beliebt und sexuell voll ausgelastet. Weil Glück verdächtig ist, vermutet Lorenz automatisch, dass irgendwas mit diesem Schönleben nicht stimmt. Plötzlich bietet sich für Lorenz die Chance, seinen Job und seine Frau zurückzuerobern und ein ganz neues Leben zu beginnen.

 

 

Über den Autor: Ralf Husmann


Ralf Husmann ist Autor der Serien „Stromberg“, „Dr. Psycho“ und „Der kleine Mann“ sowie Kolumnist für KulturSPIEGEL und Playboy. Er wurde mehrfach mit dem Deutschen Comedypreis, dem Deutschen Fernsehpreis sowie dem Grimme-Preis ausgezeichnet. 2008 erschien sein erfolgreiches Romandebüt „Nicht mein Tag“.

 

Mein Fazit

Wie so oft nach einem erfolgreichen Romandebüt, ist die Ernüchterung bei dem Nachfolgewerk groß. So ist es bei mir mit dem neuen Hörbuch von Ralf Husmann »Vorsicht vor Leuten« ergangen. Husmanns Humor, den ich in „Nicht mein Tag“ noch witzig und unterhaltend fand, wirkt hier verbraucht und irgenwie merkt man dem Autor an, das er eigentlich Drehbücher und keine Romane schreibt.

Die Geschichte ist insgesamt zu dünn, vorhersehbar und nicht rund. Besonders das recht offen gehaltene Ende hat mich gestört. Ein Buch, das für die Verwertungskette der Unterhaltungsindustrie geschrieben wurde (Roman, Hörbuch und sicherlich irgendwann als Fernsehfilm oder Serie). Christoph Maria Herbst kann man wie immer blind vertrauen, den auch hier bietet er als Sprecher wieder eine gute wenn gleich auch keine überragene Leistung. Ob bayrisches Ehepaar, oder verschnupfter Hypochonder-Chef: Herbst drückt den Figuren wie kein Zweiter seinen Stempel auf und sorgt alleine durch seinen Vortrag für Stimmung. Das man dazu manchmal überhaupt keine Geschichte brauch hat mit der Lesung des BGB bewiesen.

Für echten Hörspass ist das aber auf die Dauer zu wenig. Wenn Autoren nur noch Romane schreiben damit C.M. Herbst die Hörbücher liest, sollten sie ihrem Metier treu bleiben und weiterhin fürs Fernsehen produzieren. Deswegen und auch weil das 4CDs umfassende Hörbuch ohne Booklet daher kommt, kann man sich den Kauf sparen und auf den Download zurückgreifen. Eine mittelmäßige Produktion.

 

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 Mein Gesamturteil:
Hörbuch-Bewertung: Note 1




Spieldauer: ca. 309min. (ungekürzte Lesung)

CDs: 4

Verlag: Argon Verlag

Erschienen: 2010

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